Maastricht - Drogen-Einkauf in Coffeeshops nur noch mit Ausweis

Drogen-Einkauf in Coffeeshops nur noch mit Ausweis

Von: dpa
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Maastricht. Mit strengeren Regeln in Coffeeshops wollen acht niederländische Grenzkommunen Drogentouristen abschrecken. Kunden brauchen vom 1. Januar nächsten Jahres an einen speziellen Ausweis, um in den Coffeeshops Marihuana kaufen zu können.

Ohne diese Legitimation werde es keinen Zugang mehr geben. Mit ihren Maßnahmen wollen die Kommunen in der Provinz Limburg die Hemmschwelle vor allem für Drogentouristen heraufsetzen. „Wir erwarten, dass Drogentouristen die Coffeeshops in Limburg dann nicht mehr länger attraktiv finden”, sagte am Dienstag der Maastrichter Bürgermeister Gerd Leers. In vielen niederländischen Grenzstädten decken sich Deutsche mit Haschisch oder Marihuana ein.

Ohne Registrierung soll zwischen Venlo und Kerkrade in Zukunft nichts mehr gehen. Drogentouristen müssen ihren Kunden-Ausweis in den Coffeeshops unter Vorlage ihres nationalen Ausweises beantragen. Diesen Kunden-Ausweis bekommen sie aber erst ein paar Tage später. Der Ausweis ist mit einem Bild oder einem Fingerabdruck ausgestattet und nicht auf andere Kunden übertragbar.

Mit dem Ausweis kann der Inhaber zwar überall einkaufen, aber trotzdem täglich nur drei Gramm. Das ist nachprüfbar. Beim Einkauf wird die Menge in einem Informations-System registriert, das für jeden Coffeeshop-Betreiber einsehbar ist. „Wir holen die Coffeshops aus der Anonymität”, sagte Leers. Die Kommunen gehen davon aus, dass durch die Maßnahme der Drogentourismus um 50 Prozent sinkt. Süd- Limburg sei ein Pilotprojekt. Mit Eindhoven und Enschede hätten zwei weitere Städte Interesse angemeldet.

Das Drogengeschäft in den Coffeshops habe nichts mehr mit dem ursprünglichen Duldungsgedanken in den Niederlanden zu tun. Durch die restriktive Drogenpolitik in den Nachbarländern übe die Niederlande auf Dealer und Konsumenten eine große Anziehungskraft aus.

Allein in der Stadt Maastricht macht sich das mit jährlich 2,1 Millionen Coffeeshop-Kunden bemerkbar, davon 70 Prozent aus Deutschland, Frankreich und Belgien. Aus der kleinen Soft-Drogen-Branche sei ein richtig großes Geschäft mit kriminellen Begleiterscheinungen wie illegalem Handel, Drogenanbau und Geldwäsche geworden. Die Bürger fühlten sich in den Städten nicht mehr sicher.

Die Kommunen kämpfen seit Jahren gegen diesen kriminellen Dunstkreis an. Mit ihrer Operation „Saubere Hände” wollen beispielsweise vier Städte und Gemeinden die Ansiedlung organisierter Kriminalität verhindern. Hotels und Gaststätten werden gern als Zentralen für Geschäfte mit Drogen und Prostituierten missbraucht. Bei der Lizenzvergabe prüfen die Städte die Vorhaben sehr genau auf Finanzierung und persönliche Vorgeschichte.

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