Aachen - Dreister Betrug beim Geschäft mit dem Tod?

Radarfallen Bltzen Freisteller

Dreister Betrug beim Geschäft mit dem Tod?

Von: Oliver Schmetz
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Dass Bestatter vom Geschäft mit dem Tod leben, liegt in der Natur der Sache. Dafür bieten sie ihren Kunden neben der Begleitung auf dem letzten Weg eines verstorbenen Angehörigen Seriosität und Pietät.

„Und in unserem Metier spielt auch Vertrauen eine große Rolle”, sagt Dieter Mirbach, Vorsitzender des Aachener Bezirksverbandes der Bestatter.

Umso mehr trifft es die Branche, wenn ein Standeskollege Vertrauen missbraucht. Unter diesem Verdacht steht ein 46-jähriger Bestatter aus dem Aachener Ostviertel, dem Untreue und Unterschlagung von Kundengeldern vorgeworfen werden. Die Polizei spricht von etwa einem Dutzend Strafanzeigen gegen den Beerdigungsunternehmer, die sich in jüngster Zeit angehäuft hätten.

Die Staatsanwaltschaft bestätigt entsprechende Ermittlungen. „Eine ganze Reihe von Vorwürfen”, so Behördensprecher Robert Deller, „haben wir zu einem Verfahren zusammengefasst.” Wann die Ermittlungen abgeschlossen seien, könne aber noch nicht vorhergesagt werden.

Möglicherweise liegt das daran, dass immer mal wieder neue Fälle hinzukommen. Aktuell hat laut Polizei die Tochter eines Verstorbenen Strafanzeige gegen den Mann erstattet, weil ihr nach der Bestattung Mahnungen von einem Steinmetz und der Stadt ins Haus flatterten. Dabei hatte ihr Vater zu Lebzeiten für den Todesfall vorgesorgt, eine Versicherung abgeschlossen und diese zur Regulierung der Beerdigungskosten an den Bestatter abgetreten.

Mit diesem Geld sollten eigentlich alle Rechnungen für die Beisetzung, den Blumenschmuck und eine steinerne Grabeinfassung mit Denkmal beglichen werden. Nach Verrechnung aller Kosten sollte der Bestatter dann den Rest aus der Versicherung auszahlen. Doch weder das eine noch das andere geschah.

Eine Schadenssumme von bis zu 12.000 Euro steht im Raum bei diesem neuen Fall, der laut Ermittlern beispielhaft für alle Anzeigen gegen den Bestatter ist: „Das Strickmuster ist stets das gleiche”, sagt Polizeisprecher Paul Kemen.

„Leider gibt es immer wieder einmal Bestatter, die sich auf Kosten anderer bereichern”, bedauert der Bezirksverbandsvorsitzende Mirbach und verspricht eine „konsequente Verfolgung” des Falles auch seitens des Verbandes und der Innung. „Denn ein schwarzes Schaf bringt alle 3500 Bestatter in Deutschland in Misskredit.”

Verunsicherten Kunden, die sich übervorteilt fühlen oder mangelhafte Leistungen beklagen, empfiehlt er den Kontakt zum Bundesverband in Düsseldorf: „Dort gibt es auch eine Schlichtungsstelle.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert