Dreijährige stirbt an Verletzungen: Stiefmutter unter Verdacht

Von: tob
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Kelmis. Ein dreijähriges Mädchen aus Kelmis, das am Freitagabend mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Aachener Klinikum eingeliefert worden war, ist am Montagabend gestorben.

Die Stiefmutter des Mädchens sitzt in Untersuchungshaft. Sie wird verdächtigt, das Mädchen tödlich verletzt zu haben. Der Haftbefehl gegen sie wurde am Dienstag für einen Monat bestätigt.

Der leibliche Vater wurde inzwischen unter Auflagen wieder auf freien Fuß gesetzt. Zum Zeitpunkt der Tat war die Stiefmutter mit der Dreijährigen alleine gewesen sein, sagte Staatsanwalt Rolf Lennertz.

Am Mittwoch wird die Leiche des Mädchens obduziert. Derzeit geht die Staatsanwaltschaft von einem schweren Schädel-Hirn-Trauma als Todesursache aus. Die Stiefmutter hatte zunächst behauptet, das Kind habe sich die Verletzungen bei einem Sturz von der Treppe zugezogen.

Nach ersten Untersuchungen schlossen die Ärzte dies jedoch als Todesursache aus. Die Stiefmutter hat inzwischen bestätigt, dass die Dreijährige nicht die Treppe herabgestürzt ist, und sie hat eingeräumt, dass es zu einer Auseinandersetzung mit dem Mädchen gekommen war.

Dabei habe sie dann auch körperliche Gewalt angewandt, sagte Lennertz. Der Staatsanwalt weiter: „So wie sie diese Auseinandersetzung darstellt, kann das Kind jedoch nicht daran gestorben sein.”

Warum die Stiefmutter und die Dreijährige aneinandergerieten, hat sie inzwischen auch verraten, die Staatsanwaltschaft wollte jedoch am Dienstag dazu nicht Stellung beziehen.

Drei weitere Kinder im Alter zwischen zwei und sechs Jahren wurden dem Paar entzogen. Sie wurden in einer Jugendeinrichtung untergebracht.

Der Jugendhilfedienst der Deutschsprachigen Gemeinschaft hatte die Familie seit einiger Zeit begleitet.

Die Jugendabteilung der Staatsanwaltschaft hatte dies veranlasst, „weil die Familie früher auffällig geworden war”, sagte Lennertz. Dabei habe es sich jedoch - so betonte der Staatsanwalt ausdrücklich - um soziale Auffälligkeiten gehandelt. „Es bestanden Zweifel an der Erziehungsfähigkeit. Die Familie galt als chaotisch”, sagte Lennertz unserer Zeitung.

Hinweise auf mögliche Misshandlungen habe es jedoch nicht gegeben. Auch im Kindergarten, den das Mädchen regelmäßig besuchte, und bei routinemäßigen ärztlichen Untersuchungen gab es nach bisherigen Erkenntnissen keine Hinweise auf Misshandlungen.
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