Dreijährige getötet: Drei Jahre Haft

Von: ddp-nrw
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Mord an Dreijähriger
Wegen der Tötung seiner dreijährigen Tochter muss ein 32 Jahre alter Mann (Bild) für drei Jahre ins Gefängnis. Foto: dpa

Köln. Das Kölner Landgericht hat am Freitag im Prozess um den Tod eines drei Jahre alten Mädchens den Vater des Kindes zu drei Jahren Haft verurteilt und ist damit deutlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft geblieben.

Der 32-Jährige wurde wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt. Laut Gericht hatte das Kind am Tattag im Herbst 2007 in die Hose gemacht und war daraufhin von dem aus Afrika stammenden Mann derart geschlagen worden, dass es in der Badewanne stürzte und ums Leben kam. Die Staatsanwaltschaft hatte zwölf Jahre Gefängnis wegen Totschlags beantragt.

Laut Gericht handelte es sich bei der Tat des gelernten Informatikers um einen „minderschweren Fall”. Der Mann habe das Kind zwar im Vorfeld der Tat schon häufig geschlagen und auch getreten, den Tod des Mädchens habe er allerdings nicht gewollt. Vielmehr seien das Schlagen und Treten für ihn gängige Erziehungsmethoden gewesen, die er selbst in seiner Heimat Ghana erlebt habe, so der Richter. Er habe dem Kind auf seine Art zeigen wollen, dass es etwas falsch gemacht habe. Die Schläge hätten weh tun sollen.

Am Tattag hatte das Kind in die Hose gemacht, der Vater hatte das Mädchen deshalb in die Badewanne gestellt und geschlagen, so das Gericht. Dabei sei das Mädchen wohl gestürzt und ums Leben gekommen. Anschließend habe der Mann das Kind in einen Koffer gepackt und die Leiche später in einem Waldstücke in der Nähe der Kölner Ford-Werke vergraben. Der Mutter, die zur Tatzeit arbeiten war, gaukelte er vor, das Kind sei mit Verwandten nach Ghana gereist.

Dort sei es an Malaria erkrankt und verstorben. Nebenklage-Anwältin Edda Schneider-Ratz sagte, sie könne die Begründung für das milde Urteil nicht nachvollziehen. Vor allem könne von einem minderschweren Fall keine Rede sein.

Der Angeklagte lebe seit zehn Jahren in Deutschland, man könne ihm nicht zugute halten, dass in Ghana Schläge und Tritte gegenüber einem drei Jahre alten Kind gängig seien. Staatsanwaltschaft, Nebenklage und Verteidigung haben die Möglichkeit, gegen das Urteil Revision einzulegen. Aufgrund einer möglichen Fluchtgefahr des gebürtigen Afrikaners wurde der Haftbefehl gegen den 32-Jährigen aufrecht erhalten.
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