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Drei Tote in Bergheimer Schwimmbad: Leichen identifiziert

Von: dpa/red
Letzte Aktualisierung:
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Ort der Trauer: Das Schwimmbad, in dem die drei Leichen gefudnen wurden, gehört zu diesem „Freizeitzentrum“. Foto: Dietmar Fratz
Bergheim
Polizisten sichern in Bergheim einen Tatort. In einem Schwimmbad in Bergheim bei Köln sind drei tote Menschen gefunden worden. Foto: Oliver Berg/dpa

Bergheim/Köln. Nach dem Fund von drei Leichen in einem Schwimmbad in Bergheim bei Köln hat die Polizei die Toten am Mittwoch identifiziert. Es handele sich um einen 20-jährigen jungen Mann sowie zwei zwölf und 13 Jahre alte Jungen, sagte ein Polizeisprecher.

Sie gehörten zu einer rumänischen Familie, es soll sich um drei Cousins handeln. Die Ermittler hatten zunächst von zwei toten Kindern und einem toten Jugendlichen gesprochen.

Wie die drei ums Leben kamen, war am Mittwoch noch immer unklar. Die „Bild“-Zeitung berichtete, dass ein Stromschlag die drei getötet habe. Es habe offenbar in einer Wasserpumpenanlage einen Kurzschluss gegeben, der das Schwimmbad unter Strom setzte. Solche Hinweise waren schon am Dienstag laut geworden.

Polizeisprecher Bernd Mauel wollte dies jedoch am Mittwoch nicht bestätigen. „Auch die vorläufige gerichtsmedizinische Untersuchung hat keine Todesursache ergeben“, betonte er. Die weiteren Ermittlungen, insbesondere das Ergebnis von chemisch-toxikologischen Untersuchungen sowie die Feststellungen der vor Ort eingesetzten Sachverständigen blieben abzuwarten. Die Toten waren seit Mittwochmorgen obduziert worden.

Die Polizei ermittele in alle Richtungen, betonte Mauel. Experten begutachteten die stromführenden Leitungen in der Schwimmhalle, es seien aber auch Wasserproben entnommen worden. „Alle drei sind ertrunken“, sagte Mauel. „Unter welchen Umständen, ob sie zum Beispiel im Wasser krampften, das wissen wir alles noch nicht.“ Die Polizei geht nach wie vor von einem Unfall aus.

Die Identifizierung der Opfer sei schwierig gewesen: In dem Wohnpark sind laut Polizei 2700 Menschen gemeldet. Diese wohnten aber teilweise gar nicht dort, wo sie verzeichnet seien, sagte der Sprecher. Ermittler unter anderem vom Landeskriminalamt mussten „alle Wohnungen abklappern“

„Das dauert natürlich“, sagte Mauel. Unter den Bewohnern des Wohnparks herrschte am Mittwoch nach dem Unglück große Trauer. Wegen der großen Emotionen seien die Aussagen der Befragten kaum zu überprüfen gewesen, hieß es. Die 800 Eigentumswohnungen in dem Wohnpark sind meist vermietet.

Am Dienstag hatte ein Anwohner die Körper der Toten im Wasser der privaten Schwimmhalle dieses Wohnparks Ahe treiben sehen. Nach Entdeckung der Leichen am Nachmittag hatten sich im Wohnpark dramatische Szenen abgespielt. Vor dem Schwimmbad hatten sich zahlreiche aufgebrachte Bewohner versammelt.

Eine Hundertschaft der Bereitschaftspolizei musste angefordert werden, um den Weg für den Leichenwagen frei zu machen. Mehr als 100 Bewohner hatten verfolgt, wie der Leichenwagen vorgefahren war. Drei Notfallseelsorger hatten sich um die Bewohner gekümmert.

Nach Aussage eines Hausmeisters haben nur Eigentümer und Mieter der Wohnanlage Zugang zu dem unter der Erde liegenden „Freizeitzentrum“ mit Schwimmbad. Sie erhalten einen Chip, mit dem sich die Türe öffnen lässt. Es besteht die Anordnung, dass Kinder das Schwimmbad nur in Begleitung Erwachsener benutzen dürfen. Da es sich um ein privates Bad handelt, ist eine ständige Aufsicht nicht erforderlich.

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