Drei Mal auf die Nachbarin geschossen

Von: Wolfgang Schumacher
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Aachen. Traumatisiert und sichtlich geschafft: Nur hinter einer Trennwand wollte am Dienstag das Opfer (31) gegen seinen mutmaßlichen Peiniger, einen 45-jährigen Nachbarn aus einem Haus in der Kongressstraße, aussagen.

Zu dicht sitzt der Frau der Vorfall vom 1. Juli dieses Jahres im Nacken, als der laut Anklägerin Claudia Schetter unter Psychosen leidende Beschuldigte im Zustand der Schuldunfähigkeit drei Mal auf die Frau geschossen hatte.

Die Tatwaffe, ein Trommelrevolver, kramte Schwurgerichtsvorsitzende Richterin Hildegard Tag zur Ansicht aus der Asservatentüte. Es war eine Waffe von beachtlicher Größe, die sogar Westernlegende Wyatt Earp zur Ehre gereicht hätte.

Das Gericht wollte den Beteiligten demonstrieren, dass der Hahn jenes mächtigen Revolvers für jeden Schuss wieder gespannt werden muss. Das bestätigte der Lebensgefährte des Opfers, Markus S. (33).

Der nach seiner Meinung durchgedrehte Nachbar habe am letzten Treppenabsatz vor der Haustüre drei Mal gezielt auf den Kopf seiner Freundin geschossen.

Rettung Pfefferspray

Er selbst war einen Treppenabsatz höher und kam umgehend der Freundin zu Hilfe. Sie war von einer Kugel im Kiefer getroffen, setzte sich aber mit Pfefferspray zur Wehr.

Die Tragödie im Flur war Endpunkt einer längeren Vorgeschichte von Auseinandersetzungen, die sich immer mehr zuspitzten. Denn der Täter scheint, wie er am Dienstag vortrug, von dem Gedanken besessen zu sein, dass die Nachbarin ihn bedrohe und zudem die seit sieben Jahren verschollene Mutter seines Kindes sein könne.

Das Kind lebt bei Pflegeeltern, der Beschuldigte besitze kein Sorgerecht.

Er stellte die Tat so dar, dass die Schüsse im Gerangel mit dem Freund gefallen seien. Die Kammer verhandelt an diesem Donnerstag weiter.
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