Drei belgische Kernkraftwerke vor dem Aus

Von: fel
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Tihange Atomkraftwerk
Umstritten: Das Atomkraftwerk Tihange, zwischen Huy und Lüttich an der Maas gelegen. Der Betreiber hat jetzt erklärt, dass der erste und älteste Block in Tihange schon 2015 vom Netz gehen soll. Foto: Wikipedia Commons/Michiel Verbeek

Brüssel/Lüttich. Nach dem überraschend verkündeten Aus für die Kernkraft in Belgien zieht der belgische Energieriese Electrabel zügig die Konsequenzen - und schließt bis 2015 seine drei ältesten Atommeiler, darunter auch Block 1 des Kernkraftwerks Tihange bei Lüttich.

Geschlossen werden ebenso die Blöcke 1 und 2 des Kernkraftwerks Doel an der Schelde bei Antwerpen. Damit sinkt die Megawatt-Leistung aus Atomenergie von jetzt knapp 6000 auf dann 4100 Megawatt (MW).

Bei den laufenden Koalitionsverhandlungen war Electrabel die Option offen gelassen worden, die Meiler über 2015 hinaus produzieren zu lassen, sollte das Land in einen Stromengpass geraten.

Da die zur Schließung anstehenden Meiler allesamt aus dem Jahr 1975 stammen und nur eine Laufzeit von 40 Jahren haben, hätte Electrabel rund eine Milliarde Euro in die Modernisierung der drei ältesten Produktionseinheiten investieren müssen, um auch nach 2015 weiter mit ihnen Strom produzieren zu können.

Das, so heißt es in einer Pressemitteilung des Electrabel-Vorstands vom Wochenende, sei aus wirtschaftlichen Gründen nicht rentabel und somit nicht zu verantworten. Folglich werde man die drei ältesten Atommeiler 2015 vom Netz nehmen.

Bei Electrabel arbeiten 6500 Menschen, davon 2000 in den Kernkraftwerken. Wie viele von ihnen durch die Schließung ihre Stelle verlieren, ist noch nicht bekannt.

In Belgien gibt es zwei Kernkraftwerke mit insgesamt sieben Druckwasserreaktoren: Tihange bei Lüttich und Doel an der Schelde, etwa 25 Kilometer nördlich von Antwerpen.

In Tihange gibt es drei Meiler: Block 1 von 1975 leistet 962 MW, Block zwei (von 1983) 1008 MW und Block 3 (1985) 1054 Watt. Jährlich werden dort etwa 23 Milliarden Kilowattstunden (kWh) produziert, das entspricht etwa 30 Prozent der gesamten Produktion Belgiens. Am Standort Tihange arbeiten etwa 940 Menschen.

In Doel leisten die beiden ersten Blöcke jeweils 433 MW (Baujahr 1975), Doel 3 (1982) 1006 MW und Doel 4 (1985) 1039 MW. Die Jahresleistung liegt bei etwas unter 21 Milliarden kWh, auch in Doel arbeiten etwa 940 Menschen.

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