Doppelmord-Prozess auf der Kippe

Von: dpa
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Doppelmord-Prozess auf der Kippe
Der 56-jähriger Angeklagte will nicht gesehen werden: Der Prozess um einen kaltblütigen Doppelmord in Düsseldorf steht auf der Kippe. Foto. dpa

Düsseldorf. Der Prozess um einen kaltblütigen Doppelmord in Düsseldorf steht auf der Kippe. „Die Kammer wird entscheiden, ob der Hauptangeklagte verhandlungsfähig ist”, sagte eine Gerichtssprecherin am Dienstag auf Anfrage.

Der „Bild”-Zeitung zufolge waren bei dem 56-jährigen Bordellbetreiber aus Hessen nach dem Einsetzen eines Herzschrittmachers Komplikationen aufgetreten. Sollte der 56-Jährige derzeit nicht verhandlungsfähig sein, muss das Gericht entscheiden, ob sein Verfahren abgetrennt oder der Prozess ausgesetzt wird.

Bislang war in der Hauptverhandlung lediglich die Anklage verlesen worden. Der 56-Jährige aus Burghaun soll den Doppelmord in Auftrag gegeben haben, um seine drohende Enterbung zu verhindern - es ging um eine knappe Million Euro. Neben ihm auf der Anklagebank sitzt der mutmaßliche 23-jährige Killer, der den Stiefvater und die Halbschwester des 56-Jährigen am 17. Juni vergangenen Jahres für 3000 Euro in deren Düsseldorfer Wohnung mit Kopfschüssen getötet haben soll.

Die Anwälte des 56-Jährigen hatten beim Prozessauftakt erklärt, ihr Mandant sei schwer krank und leide unter menschenunwürdigen Haftbedingungen. Der Prozess wird zunächst wie geplant an diesem Mittwoch fortgesetzt.

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