Düsseldorf - „Doppelabi” 2013: NRW stellt sich auf Studenten-Ansturm ein

„Doppelabi” 2013: NRW stellt sich auf Studenten-Ansturm ein

Von: Johannes Nitschmann
Letzte Aktualisierung:

Düsseldorf. Vor allem aufgrund der doppelten Abiturjahrgänge im Jahr 2013 erwartet die nordrhein-westfälische Landesregierung in den kommenden zehn Jahren etwa 140.000 zusätzliche Studienanfänger.

NRW-Hochschulminister Andreas Pinkwart (FDP) stellte am Freitag vor der Presse in Düsseldorf einen „Masterplan” vor, durch den jeder Studierwillige einen Studienplatz erhalten soll. „Ich rechne nicht mit einer Verschärfung des Numerus Clausus. Wir werden genügend Studienplätze schaffen”, erklärte Pinkwart. In den letzten Jahren sei die Zugangsbeschränkung für die Hochschulen an Rhein und Ruhr „immer weiter zurückgefahren worden”.

Die größte Steigerung der Studiennachfrage in NRW wird laut Pinkwart im Jahre 2013 mit landesweit prognostizierten 110.000 Erstsemestern erreicht sein, wenn durch die Verkürzung der gymnasialen Schulzeit zeitgleich zwei Abiturjahrgänge die Schule verlassen. Bis zum Jahre 2018 soll die Zahl der Studienanfänger in NRW dann wieder auf 90.000 zurückgehen.

Bei ihrer Kalkulation für den Ausbau der Studienplätze geht die Landesregierung davon aus, dass der doppelte Abiturjahrgang in 2013 nicht komplett im selben Jahr an die Hochschulen geht, sondern seine Einschreibungen an den Unis auf etwa vier Jahre verteilt. Viele Abiturienten leisteten zunächst ihren Wehrdienst oder ein Freiwilliges Soziale Jahr, absolvierten eine Berufsausbildung oder gingen ins Ausland, erklärte Pinkwart.

3500 zusätzliche Professoren

Um den zusätzlichen Ansturm der Studenten bewältigen zu können, erhalten die Hochschulen in NRW im Rahmen des Hochschulpaktes von Bund und Land zwischen 2011 und 2018 zusätzlich 1,8 Milliarden Euro für Personal, Ausstattung und Räumlichkeiten. Für jeden zusätzlichen Studienanfänger fließen an die Hochschule nach Angaben Pinkwarts 20.000 Euro. Für den Ausbau der teuren Medizin-Studienplätze gibt es sogar 52.000 Euro je Student. Damit wolle die Landesregierung „auf den hohen Bedarf an Allgemeinmedizinern in Deutschland reagieren”, erklärte Pinkwart.

In den nächsten Jahren sollen landesweit 3500 zusätzliche Stellen für Professoren und wissenschaftliche Lehrkräfte geschaffen werden. Weitere acht Milliarden Euro sollen bis 2020 in ein Hochschulmodernisierungs-Programm und den Ausbau der Fachhochschulen (FH) investiert werden. Der Hochschulminister strebt an, dass der Anteil der FH-Studenten von derzeit 25 Prozent mittelfristig auf 40 Prozent gesteigert wird. Derzeit liege der Anteil der praxisorientierten Fachhochschüler deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.

Zugleich aber seien die Fachhochschulen im bevölkerungsreichsten Bundesland mit bis zu 120 Prozent ausgelastet. Deshalb habe die Landesregierung vier neue FH-Standorte gegründet. Zudem sollen die acht bestehenden Fachhochschulen mit zusätzlich 135.000 Quadratmetern Nutzfläche weiter ausgebaut werden.
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