Doku „Unser Land in den 70ern“: Von Minirock, Disco und Opel Manta

Von: chr
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Das waren die 70er Jahre in NRW: Kultauto Opel Manta. Foto: WDR/dpa (2), imago, Dirk Borm, Herby Sachs
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Das waren die 70er Jahre in NRW: Fußball-Meister Berti Vogts. Foto: WDR/dpa (2), imago, Dirk Borm, Herby Sachs
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Das waren die 70er Jahre in NRW: Hochwasser in Köln. Foto: WDR/dpa (2), imago, Dirk Borm, Herby Sachs
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Schauspielerin Esther Schweins, Jahrgang 1970, sucht nach Liedern aus „ihrem“ Jahr. Foto: WDR/dpa (2), imago, Dirk Borm, Herby Sachs

Aachen/Köln. Für Berti Vogts waren es ganz ohne Zweifel die besten zehn Jahre seiner aktiven Laufbahn. Fünf Mal wurde er zwischen 1970 und 1977 mit Borussia Mönchengladbach Deutscher Fußball-Meister, 1973 gewann er den DFB-Pokal, 1975 und 1979 den Uefa-Pokal, 1972 wurde er mit der Nationalmannschaft Europameister und 1974 Weltmeister.

Zwei Mal, 1971 und 1979 wurde er zum Fußballer des Jahres gewählt. Vogts ist einer der Protagonisten in der Dokumentation „Unser Land in den 70ern“. Die Langfassung im Spielfilm-Format ist quasi ein Destillat der zehnteiligen Serie über die 1970er Jahre, die noch bis zum 13. Oktober immer freitags im WDR-Fernsehen zu sehen ist. Abonnenten unserer Zeitung können den Film in einer exklusiven Veranstaltung am nächsten Samstag, 7. Oktober, im Aachener „Apollo“-Kino sehen (siehe Kasten). Martin Herzog, einer der Autoren des Films, wird anwesend sein.

Autor der ganzen Filmreihe ist unter anderem Jobst Knigge. Er beschreibt die 70er als Zeit des Umbruchs: „Die wirtschaftliche Lage entwickelte sich im Laufe des Jahrzehnts von rosig zu schwierig. Im Sozialen wurden viele starre Regeln aus den 60ern über Bord geworfen. Aus Rock wurde Disco-Musik. Und die Mode änderte sich sehr.“ In den 70er Jahren wird gebaut, gegründet und geplant – in die Höhe und die Tiefe. Das Aachener Klinikum gilt damals als eine der modernsten Kliniken Europas, und der Braunkohletagebau Hambach ist das größte Loch der Welt.

Man könnte auch sagen, dass die 70er Jahre das Jahrzehnt sind, in dem Nordrhein-Westfalen als Bundesland erst so richtig zu sich gefunden hat. Denn das Bundesland hatte seit seiner Gründung am 23. August 1946 damit zu kämpfen, dass es kein identitätsstiftendes und historisch gewachsenes Vorgängerland gab.

Inzwischen haben „wir in NRW“ unser Land entdeckt, und dabei wurde so manche Liebe geweckt. Man kann fast sagen: Das Motto des früheren NRW-Ministerpräsidenten und späteren Bundespräsidenten Johannes Rau ist wahr geworden. „Wir in NRW“ haben tatsächlich eine gemeinsame Geschichte. Rau wurde übrigens 1978 Ministerpräsident.

Die 70er Jahre in NRW: Die RAF ermordet Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer, Marie-Luise Marjan spielt eine Hauptrolle im Skandalfilm „Smog“, Heide Rosendahl springt die Weltrekordweite von 6,84 Metern, Alan Bangs und Albrecht Metzger „presenten proudly“ den „Rockpalast“ und Kraftwerk begründen in Düsseldorf die elektronische Musik.

Thematisch umfasst die Bandbreite der Dokumentation alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens: von Kunst über Architektur, Sport, Wirtschaft, Mode, Umwelt und Politik – bis zum ersten Opel Manta, der 1970 vom Band lief. Und es kommen Zeitzeugen zu Wort, prominente und nicht prominente, die über einschneidende Erlebnisse in ihrem Leben berichten. Im Fall des Opel Manta zum Beispiel Manfred Henning aus Frechen, der das Kultauto sammelt.

Obwohl sich der Mensch ganz schlecht an Ereignisse aus seinem Geburtsjahr erinnern kann, „fühlt man sich schon mit dem Jahr verbunden“, sagt Autor Knigge. Die Schauspielerin Esther Schweins, Jahrgang 1970 und Sprecherin in der Serie, war laut Knigge ganz fasziniert davon, „welche Lieder aus ‚ihrem Jahr‘ stammen. Sie hat auch ihre Mutter angerufen und gefragt, ob sie sich an diesen endlosen Winter erinnert.“

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