Aachen - Doktortitel nach Studium an FH möglich

Doktortitel nach Studium an FH möglich

Von: Axel Borrenkott
Letzte Aktualisierung:

Aachen. „Sie müssen gut sein. Sie müssen sogar besser sein als die anderen.” Was sich sonst immer noch Frauen anhören müssen, die Karriere machen wollen, gab Rektor Marcus Baumann am Donnerstag allen Doktoranden seiner FH Aachen auf den Weg.

Den Doktor an der Fachhochschule machen? Doch, das geht inzwischen, wenn auch auf Umwegen. Zum 2. Graduiertentag der FH Aachen zeigten 27 Kandidaten auf dem Weg zum Doktortitel, wie gut sie schon sind.

Rund 1000 Absolventen von deutschen Fachhochschulen sind derzeit als Doktoranden zugelassen. Und zwar an Universitäten, die nach wie vor das alleinige Promotionsrecht haben. Die abschließende Dissertation und die Prüfung werden also von Universitätsprofessoren abgenommen. Die Forschung selbst aber, das ist das Entscheidende, machen die Doktoranden an den Fachhochschulen, betreut von den dortigen Professoren, in Kooperation mit dem rechtlichen „Doktorvater” an einer Uni.

An der FH Aachen promovieren auf diese Weise aktuell rund 30 Graduierte, alle an Forschungsprojekten, die aus - öffentlichen oder industriellen - Drittmitteln finanziert werden. Überwiegend geht es dabei um Themen aus der Chemie, der Energietechnik, der Biotechnologie und der Medizintechnik. Die Partnerunis reichen von Rostock bis Amsterdam, von Marburg bis London.

Allein fünf Mal ist die RWTH Aachen Partner. Begehrter Doktorvater dort ist Rainer Fischer. Der Inhaber des Lehrstuhls für Molekulare Biotechnologie und des damit verbundenen Fraunhofer Instituts machte seinen Schützlingen in der FH am Donnerstag auch gehörig Mut: „Von den 500 Leuten, die ich bisher durch mein Institut geschleust habe, ist keiner arbeitslos.”

„Manche Probleme”, so Baumann und die für das Promotionsprogramm der FH Aachen zuständige Prorektorin Christiane Vaeßen, müssen aber noch beseitigt werden, wenn ein Fachhochschüler zum Doktorhut greift. Vaeßen: „Das hängt doch sehr vom jeweiligen Professor an den Universitäten ab.”

Ganz geregelt ist das seit zehn Jahren schon praktizierte Verfahren nämlich nicht. Zwar befürworten Kultusminister- und Hochschulrektorenkonferenz die Promotion von Fachhochschülern, und die Technischen Hochschulen fordern ausdrücklich dazu auf - schließlich haben alle Mangel an Ingenieuren. Doch die Bedingungen legen allein die Unis fest. Baumann: „Manche Unis müssen künftig besser kooperieren.”
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