Dioxinfund in Futtermittelzusätzen

Von: dapd
Letzte Aktualisierung:

Köln. In Futtermittelzusätzen aus Nordrhein-Westfalen sind die Grenzwerte für Dioxin überschritten worden.

Der Kölner Zuckerproduzent Pfeifer & Langen habe bei Eigentests Anfang Oktober die erhöhten Werte festgestellt, sagte ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums am Montag in Düsseldorf.

Beliefert wurden offenbar Landwirte und Futtermittelhersteller in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hamburg, Bayern und Rheinland-Pfalz. Da die betroffenen Zuckerrübenpressschnitzel nur ein Bestandteil des Mischfutters seien, würden die Grenzwerte des fertigen Futters aber vermutlich nicht überschritten, hieß es. Nach einer ersten Einschätzung des Ministeriums sind die Dioxinmengen so gering, dass sie nicht zu einer Belastung von Milch oder Fleisch führen.

Der Grenzwert für den krebserregenden Stoff liegt nach Angaben des Ministeriums bei 0,75 Nanogramm pro Kilogramm. Bei den betriebseigenen Kontrollen seien Werte von 1,0 und mehr gemessen worden. Da die Zuckerrüben aber nur 10 bis 15 Prozent des Futters ausmachten, sei nicht davon auszugehen, „dass am Ende eine Überschreitung gegeben ist”, sagte der Sprecher. Deshalb sei der Fall auch nicht mit den Vorfällen aus dem Frühjahr zu vergleichen. Damals waren wegen verunreinigter Futtermittel deutschlandweit vorsorglich Tausende Höfe gesperrt worden.

Wie die schädliche Substanz im aktuellen Fall in das Futter gelangte, wird derzeit untersucht. Nach Aussage des Sprechers wurde die Produktion nach dem Befund nicht gestoppt. Die Rübenteile dürften jedoch nur ausgeliefert werden, wenn sie vorher überprüft worden seien. Die betroffenen Chargen wurden zurückgerufen. Derzeit werden von den Behörden anhand der Lieferlisten die Abnehmer ausfindig gemacht.

Aufgefallen waren die Werte bei Proben vom 5. Oktober. Die Ergebnisse lagen jedoch erst einige Wochen später vor. Das Ergebnis der daraufhin durchgeführten amtlichen Kontrolle soll in den nächsten Tagen vorliegen.

Im Juni hatte der Bundesrat als Konsequenz aus dem Dioxin-Skandal vom Jahreswechsel eine Neuregelung des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches beschlossen. Damit wurden schärfere Kontrollen vorgeschrieben, härtere Strafen bei Verstößen eingeführt und die Informationsrechte der Verbraucher verbessert.

Zum Jahreswechsel waren mit Dioxin belastete Fette in Futtermittel geraten. Weil das Futter an zahlreiche Hühner- und Schweinebetriebe in mehreren Bundesländern gelangte, sperrten die Aufsichtsbehörden zum Schutz der Verbraucher zeitweilig fast 5.000 Betriebe. Nach dem Skandal um mit Dioxin belastete Fette in Futtermittel war ein Frühwarnsystem gesetzlich in Kraft getreten.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert