Die Zahl gestohlener Autos in der Städteregion und im Kreis Heinsberg sinkt

Von: Marlon Gego
Letzte Aktualisierung:
Auto Inhaber Diebstahl Autodiebstahl Autoklau gestohlen Symbol Foto Colourbox
Die Zahl der Autodiebstähle in der Region Aachen, Düren, Heinsberg ist während des laufenden Jahres unerwartet stark zurückgegangen. Symbolfoto: Colourbox

Aachen/Düren/Heinsberg. Die Zahl der Autodiebstähle in der Region Aachen, Düren, Heinsberg ist während des laufenden Jahres unerwartet stark zurückgegangen. Besonders auffallend ist die Entwicklung in der Städteregion Aachen und im Kreis Heinsberg, die beide an der niederländischen Grenze liegen.

Dort wurden vergangenes Jahr zusammen fast 1200 Autos gestohlen. In den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres waren es bislang weniger als 500. Im Kreis Düren wurden bis Ende Juli 69 Autos gestohlen, im Jahr 2016 waren es insgesamt 145.

Der Grund für den Rückgang liegt einerseits am zunehmenden Druck, den die Ermittler auf die vor allem aus den Niederlanden operierenden professionellen Banden ausüben. Zum anderen kam der Polizei ein Zufall zur Hilfe: Nach einem Großbrand in Gangelt am 1. März wurden in einer ausgebrannten Lagerhalle nahe der niederländischen Grenzen Teile von etwa 30 Autos entdeckt, die kurz zuvor im Kreis Heinsberg und in Aachen gestohlen worden waren.

Im Zuge der Ermittlungen stieß die Aachener Staatsanwaltschaft auf mehrere Verdächtige, die zum Teil in Untersuchungshaft genommen wurden. Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen Anklage gegen vier Niederländer und einen Deutschen erhoben. Ihnen wird schwerer Bandendiebstahl und gewerbsmäßige Bandenhehlerei vorgeworfen. Einer der niederländischen Angeklagten hat ein eigenes Kfz-Gewerbe. Das passt insofern ins Bild, als nach Erkenntnissen der Aachener Polizei die meisten Autodiebesbanden im Auftrag legaler Gewerbetreibender arbeiten: Autolackierer, Kfz-Werkstättenbetreiber, Gebrauchtwagenhändler.

Die Banden sind verunsichert

Wegen der immer noch laufenden Ermittlungen möchte die Staatsanwaltschaft keine weiteren Auskünfte geben. Denn es ist möglich, dass zu der mutmaßlichen Bande noch weitere Mitglieder gehören. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft jedenfalls haben andere im Grenzgebiet tätige Banden offenbar verunsichert.

Eine Recherche unserer Zeitung ergab außerdem, dass die Autoindustrie dabei ist, eine große Sicherheitslücke neuer Fahrzeuge zu schließen: den schlüssellosen Zugang zum Auto, der auch als „Keyless Go“ bezeichnet wird. Das System macht es Autodieben denkbar leicht, das Signal abzufangen, das der Autoschlüssel permanent aussendet, und so Autos ohne jedes Werkzeug zu stehlen. Ein Sprecher der Audi AG erklärte auf Anfrage unserer Zeitung, er sei „zuversichtlich, dass das Schlüsselproblem Anfang nächsten Jahres behoben sein wird“. Nicht nur bei Audi, sondern in der gesamten Automobilbranche.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert