Aachen/Düsseldorf - Die Region sehnt sich nach Regen

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Die Region sehnt sich nach Regen

Von: Eva Gerten und Elke Silberer, dpa
Letzte Aktualisierung:
Trockenheit macht Landwirten zu schaffen
Staubtrocken ist die Erde auf den Äckern in der Region. Foto: dpa

Aachen/Düsseldorf. Der sonnige Frühling zeigt seine hässliche Seite: Pflanzen vertrocknen, Landwirte fürchten um ihre Ernte und die Kapitäne müssen auf dem Rhein höllisch aufpassen.

Es ist zu trocken. Bei aller Freude über Sonne, die Menschen sehnen den Regen herbei.

Auf den Feldern der Region sei es für viele Pflanzen „kurz vor zwölf”, sagte Heinrich Brockerhoff von der Landwirtschaftskammer NRW, Kreisstellen Düren, Aachen, Euskirchen unserer Zeitung. Auch wenn die Lage aufgrund der guten, wasserspeichernden Böden noch nicht so dramatisch sei wie in anderen Gegenden, werde es dringend Zeit für Regen. Im März und April seien insgesamt nur zehn Liter pro Quadratmeter gefallen.

Zum Ausgleich müssten mindestens 50 bis 60 Liter her. „Für die Wintergerste sieht es gut aus, da sie schon im Herbst gesät wird und nicht auf Frühlingsniederschläge angewiesen ist”, sagte Brockerhoff. Der Raps werde dagegen ertraglich am meisten leiden. Die Pflanzen hätten kaum Schoten angelegt. „Bei den Rüben ist die Trockenheit für das Wachstum noch kein Problem, aber für die Unkrautsbekämpfung, da viele Mittel über den Boden wirken und dieser steinhart ist”, sagte Brockerhoff. Und der gerade gesäte Mais bräuchte jetzt dringend Wasser zum Keimen.

In den Wäldern spielen sich stille Dramen ab. Die neu gepflanzten Bäume sind die Sorgenkinder der Forstleute. Das Forstamt Oberes Sauerland hat zu Jahresbeginn 1,4 Millionen Bäumchen auf den Hängen gesetzt, wo vor vier Jahren der Orkan Kyrill gewütet hatte. Forstamtsleiter Hans von der Goltz befürchtete am Mittwoch, dass viele nicht durchkommen.

Trostlosigkeit auch am Wasser. Die Ufer des Rheins liegen blank. Strände, Kiesbänke und Buhnen aus Wasserbausteinen ragen hervor. Das Wasser hat sich in die Mitte zurückgezogen. Die Fahrrinne bietet an manchen Stellen zwischen Bonn und Emmerich gerade noch die Mindestbreite. Für Mai sehr ungewöhnlich: Jan Böhme vom Wasser- und Schifffahrtsamt Duisburg-Rhein spricht vom niedrigsten Wasserstand seit 100 Jahren.

In Düsseldorf betrug er am Mittwoch nur einen Meter. Normal für die Jahreszeit ist fast das Dreifache, nämlich 2,80 Meter. Das heißt, weniger laden, mehr fahren. Der März sei extrem trocken gewesen. Zudem habe die Schneeschmelze aus den Alpen bereits im Januar eingesetzt. Da Regen ausblieb, fielen die Pegel anschließend rapide. „Wir bräuchten mehrere Tage viel Wasser von oben”, wünscht sich auch Böhme.

Die letzten Monate haben aber keine Trocken-Rekorde gebrochen. Erst im April 2007 war es nach Angaben des Deutschen Wetteramtes trockener als im Vormonat. Und der März war zehn bis 30 Prozent trockener als im langjährigen Mittel. Aber es war wesentlich sonniger und wärmer.
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