Die Paranoia der kränkelnden Corina Ö. aus Titz

Von: Marlon Gego
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Tatort Linnich-Hottorf: Am Fuß der Treppe wurde Christina F. am Nachmittag des 21. April getötet. Doch von wem? Foto: Guido Jansen

Aachen. Der Prozess um die tote Schwangere aus Düren-Echtz dauert nun schon drei Tage, doch die 1. Schwurgerichtskammer des Aachener Landgerichts weiß kaum mehr als vor Beginn des Verfahrens. Am Montag sagte die Angeklagte Corina Ö. (29) aus und blieb bei ihrer Version, die sie schon drei Tage nach der Tat Ende April zu Protokoll gegeben hatte.

Ja, sie habe geholfen, die Leiche vom Tatort in Linnich-Hottorf in den Windpark Echtz zu bringen, ansonsten habe sie aber nichts mit dem Mord zu tun. In der Essenz sagte sie also das exakte Gegenteil dessen aus, was der des gemeinschaftlichen Mordes mitangeklagten Patrick G. (32) bereits erklärt hatte.

Christina F. (27) war am Ostermontag auf einem Hof in Linnich-Hottorf getötet worden. Der eine Angeklagte, Patrick G., war ihr Freund und der Vater ihres ungeborenen Kindes. Die andere Angeklagte, Corina Ö., ist Patrick G.s Ex-Freundin.

Corina Ö. erzählte am Montag dem Vorsitzenden Richter Arno Bormann langsam und ständig mit den Tränen kämpfend aus ihrem Leben. Sie beschrieb sich selbst als kränkelnden und anfälligen Menschen. Die Zeit, in der sie Anfang des Jahrtausends als 16- oder 17-Jährige regelmäßig Amphetamine konsumierte, sei einschneidend gewesen. Nach dieser Zeit habe sie unter Paranoia gelitten, besonders im Dunkeln habe sie sich oft verfolgt gefühlt. Außerdem habe sie Stimmen gehört, die ihr gesagt haben, ihre Haare lägen nicht gut, sie sei nicht hübsch.

Mehr wollte sie selbst nicht sagen, den Rest ihrer Aussage verlasen ihre Verteidiger Björn Hühne (Jülich) und Michael Hakner (Bonn). Darin wurde Patrick G. als „extrem geizig“ beschrieben, der für Einladungen ins Kino oder zum Essen Gegenleistungen in Form sexueller Kontakte gefordert habe.

Er sei es auch gewesen, der, als er Christina F. geschwängert hatte, auf eine Abtreibung gedrängt und Corina Ö. zu diesem Zweck instrumentalisiert habe. Patrick G.s Aussage zufolge war Corina Ö. die treibende Kraft, und er, Patrick G., der Instrumentalisierte. Welche der Aussagen stimmt nun?

An den Tatort sei Corina Ö. erst gekommen, als Patrick G. Christina F. schon getötet habe. Es sei ein Fehler gewesen, nicht die Polizei zu rufen. Bei den anwesenden Angehörigen der Getöteten entschuldigte sich Corina Ö. durch ihre Anwälte mehrfach.

Der Prozess wird am Mittwoch um 9 Uhr fortgesetzt.

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