Monschau - Die Ölspur als Pilotprojekt

Die Ölspur als Pilotprojekt

Von: Ernst Schneiders und Claudia Schweda
Letzte Aktualisierung:
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Studienobjekt: Bei Ölspuren kommt derzeit mancherorts eine Fachfirma, um die Straße zu reinigen. Geklärt werden soll, ob die Firma günstiger ist als die Feuerwehr. Foto: imago

Monschau. Die Feuerwehr beseitigt Öl- und Benzinspuren nach Unfällen. Üblicherweise. Im Raum Aachen und Düren derzeit aber nicht. Der Landesbetrieb StraßenNRW erprobt in einem zweijährigen Pilotprojekt bis Oktober 2010, ob es außerhalb geschlossener Ortschaften günstiger ist, zentral eine Firma mit der Beseitigung von Unfallgefahrenstellen zu beauftragen.

Den neuen Ablauf haben am Montag unzählige Autofahrer bei einem schwereren Unfall auf der Monschauer Umgehungsstraße miterlebt.

Erst kam die Feuerwehr, die rief die vom Landesbetrieb beauftragte Fachfirma Orcatech aus Hemer. Die Mitarbeiter der Dependance aus Aachen waren nach Augenzeugenberichten etwa 75 Minuten nach dem Unfall am Einsatzort.

Nach etwa vier Stunden konnte die Sperrung aufgehoben werden. Die Verärgerung war groß.

Die Firma selbst aber betont, 46 Minuten nach der Benachrichtigung dort gewesen zu sein. Der Rahmenvertrag mit der Firma Orcatech sieht maximal eine Stunde Anfahrt vor.

„Bislang hat das immer geklappt”, sagt Bernhard Dahmen, Projektverantwortlicher bei StraßenNRW. Der Landesbetrieb ist außerorts für die Beseitigung von Gefahrenstellen zuständig. Innerorts sind es die Kommunen.

Gericht gibt Feuerwehren Recht

Vor zwei Jahren hatten das Verkehrs- und Innenministerium des Landes begonnen, nach einer Alternative für den Einsatz der Feuerwehren bei Unfällen zu suchen.

Die waren mehr und mehr dazu übergegangen, nicht mehr nur die Anfahrt und das Bindemittel in Rechnung zu stellen, sondern die vollen Kosten für den gesamten Einsatz inklusive Mann- und Maschinenstunden.

Ein teures Vergnügen. Es kam zum Streit. Das Oberverwaltungsgericht gab 2007 den Feuerwehren Recht: Sie haben Anspruch auf vollen Kostenersatz.

Mit dem Pilotprojekt sucht die Landesregierung nun nach kostengünstigen und qualitativ entsprechenden Alternativen. Eine Vergleichsstudie läuft in der StraßenNRW-Niederlassung Münsterland, eine in der Niederlassung in unserer Region, Ville Eifel.

Die Kosten und die Leistung der in Stadt und Kreis Aachen sowie Kreis Düren beauftragten externen Fachfirma werden später verglichen mit den Daten aus den anderen Kommunen im Gebiet der Niederlassung, in denen alles läuft wie immer.

„Das dauert uns zu lange”

Dabei werden auch im Raum Aachen und Düren zunächst weiterhin die Feuerwehr gerufen. „Ölspuren gelten als Unglück. Da sind die Feuerwehren zuständig”, sagt Dohmen.

Allerdings müsse dann der Einsatzleiter vor Ort entscheiden, ob es sich lediglich um eine Bagatelle handele, die entweder die Feuerwehr direkt oder die Straßenmeisterei später regeln könne, oder ob entsprechend des Rahmenvertrags die Fachfirma gerufen werden müsse.

Klaus Dollmann, Leiter der Straßenmeisterei Simmerath, hat offenbar seine Erfahrungen mit dem Einsatz der externen Fachfirma gesammelt: „Das dauert uns auch manchmal zu lange, bis die vor Ort sind.”

Das Land habe aber das Pilotprojekt beschlossen, auch um weiterem Ärger mit den Feuerwehren aus dem Weg zu gehen. Dollmann: „Wir tauschen regelmäßig unsere Erfahrungen aus und lernen aus diesem Projekt.”

Noch seien aber viele Fragen ungeklärt. Was passiere etwa, wenn es bei Nieselregen vier Ölspuren gleichzeitig gebe - quer durch die Region verteilt. „Ist damit nicht eine Firma überfordert?” Das Ergebnis des Pilotprojekts wird nicht vor Ende 2010 vorliegen.
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