Aachen - Die Kommunen bauen an der Zukunft

Die Kommunen bauen an der Zukunft

Von: Angela Delonge
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Deutlich erkennbar ist die Grundstruktur für das Rechenzentrum, das auf der Nato-Basis in Geilenkirchen-Teveren entsteht. Hier sind rund 18 Millionen Euro Investition angesetzt. Foto: Nato

Aachen. Was passiert in den Städten und Gemeinden der Region in diesem Jahr? Kita-Ausbau und Schul-Sanierung – das steht wegen des neuen Rechtsanspruchs der Eltern überall an. Aber werden darüber hinaus Investitionen getätigt? Werden längst begonnene Projekte endlich fertiggestellt? Wir haben in einzelnen Kommunen zwischen Simmerath und Erkelenz – großen und kleinen – nachgefragt und stellen ausgewählte Projekte vor, die die Bürgermeister in diesem Jahr beschäftigen.

In Übach-Palenberg wird das mit Abstand größte Bauvorhaben der Region vollendet: die Schokoladenfabrik Solent und die Backwarenfabrik Bonback, seit 2009 in einem 20.000 Quadratmeter großen Komplex entstanden, werden in einem dritten Bauabschnitt nun nochmals um 10.000 Quadratmeter erweitert. Die Schwarzgruppe, zu der Lidl und Kaufland gehören, wird „auf der derzeit größten Baustelle Nordrhein-Westfalens“ bis Ende des Jahres in Übach-Palenberg 350 Millionen Euro investiert und 600 Arbeitsplätze geschaffen haben.

Großprojekte in Aachen

Eines von Aachens Großprojekten ist bisher vor allem durch Negativschlagzeilen bekannt geworden: die Kaiserplatzgalerie, eine 29.000 Quadratmeter große Einkaufslandschaft in der Innenstadt, für die bereits 2010 fast ein halbes Stadtviertel abgerissen wurde, kam bislang nicht in Gang. Nun gibt es neue Investoren, und der Baubeginn des inzwischen 290 Millionen Euro teuren Projekts ist für dieses Jahr fest zugesagt.

Im März dürfen die Aachener Bürger dann über ein weiteres Großvorhaben entscheiden: die Campusbahn. Mit dem 230 Millionen teuren Projekt soll der Öffentliche Personennahverkehr zukunftsträchtig und emissionsarm auf die Schiene gesetzt werden. Mit 19 Millionen Euro ziemlich bescheiden macht sich dagegen das im Herbst zu eröffnende Aachener Stadtmuseum Centre Charlemagne und die dazugehörige Stadtroute aus.

Investitionen in der Eifel

Kräftig investiert wird in der Eifel. Zum Beispiel in Sachen Ökoenergie: Im Wald bei Simmerath baut der Aachener Energieversorger Stawag für 85 Millionen Euro einen Windkraftpark mit 17 Anlagen. Noch in diesem Jahr werden sich die Rotoren drehen. Im Sommer wird zudem eine der schönsten Buchten des Rursees endlich für jedermann zugänglich sein: ein 5,5 Millionen Euro teures Jugendferiendorf mit Seebühne und Beachvolleyballfeld in Woffelsbach macht das möglich.

Mit großen Schritten voran geht es beim Erweiterungsbau des Medizinischen Zentrums Städteregion in Würselen. Der erste Bauabschnitt des insgesamt 40 Millionen teuren Projekts wird fertig. Im benachbarten Alsdorf dreht sich mit 37,5 Millionen Euro alles um das Projekt „Soziale Stadt“ mit Herrichtung der „Kraftzentrale“ auf dem ehemaligen Gelände der Grube Anna als Kultur- und Bildungszentrum KuBiz sowie Neubau von städtischer Realschule und Gymnasium.

Für die Dürener rückt in diesem Jahr die Realisierung eines Projekts in greifbare Nähe, das seit fast 40 Jahren in der Planung ist: die östliche Umgehungsstraße B 56n. Zuletzt scheiterte der Baubeginn an der Klage eines einzelnen Anwohners. Trotzdem könnte es in diesem Jahr endlich losgehen, die Anschubfinanzierung des 30-Millionen-Projekts steht bereit.

18 Millionen Euro lassen sich die Heinsberger indessen die Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Heinsberg und Lindern kosten – ab Juni geht es dann ohne Umsteigen bis Aachen. Dieselbe Summe investiert die Nato auf dem Teverener Flugplatz in Geilenkirchen in den Umbau des Flugsimulatorgebäudes und einen Neubau für hochmoderne IT-Einrichtungen. An ihrem Standort Jülich zollt die FH Aachen den steigenden Studentenzahlen Tribut und baut zum Wintersemester für zwei Millionen Euro ihren größten Hörsaal und ein Studentenwohnheim mit 184 Wohnungen für 12,5 Millionen Euro. Hoffnungsträger für den angeschlagenen Brückenkopfpark könnte das im Frühjahr fertig werdende Jugendgästehaus mit Energie-Erlebnispavillon werden. Kosten: 8,1 Millionen.

Erkelenz: Die finanzstärkste Kommune der Region ist von einem regelrechten Bauboom erfasst. Der im vergangenen Jahr fertig gewordene Neubau des Erka-Bades wird in diesem Jahr auf Wunsch der Bürger noch um ein großes Außengelände mit Freibad erweitert. Doch das ist nicht alles: Mit den Neubauten von Kreissparkasse (20 Millionen Euro) und Volksbank (12,5 Millionen Euro) wird die gesamte südliche Innenstadt neu gestaltet. Mit dem Amtsgericht (10 Millionen Euro) ist ein weiterer Neubau ebenso beschlossene Sache wie der Umbau des Bahnhofs.

Eschweiler und Stolberg geben sich eher bescheiden: Mit einer Million wird in Eschweiler der Umbau des Marktplatzes mit weitläufiger Treppe, Empore und späterer Bühne für das Eschweiler Musik Festival an der St.-Peter-und-Paul-Kirche realisiert. Endlich erfolgt auch der Spatenstich für die Gastronomie am Blausteinsee, statt des einstmals ersehnten 60-Millionen-Resorts wird jetzt ein Restaurant für 1,3 Millionen Euro gebaut.

Weiter gebaut wird endlich auch die Umgehungsstraße L 238n (Gesamtkosten: 10 Millionen Euro) zwischen Eschweiler und Stolberg im zweiten Bauabschnitt. Mit dem fertig umgebauten Stolberger Hauptbahnhof (ca. vier Millionen Euro) inklusive noch zu bauendem Parkhaus und Fußgängerbrücke „Skywalk“ über die Gleise wird Mitte des Jahres die Drehscheibe des regionalen Schienenverkehrs eröffnet. Womit schon mal eine Voraussetzung für den Ringschluss der Euregiobahn erfüllt wäre.

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