Die K-Frage: Wickie, Horst, Elvis oder Michael?

Von: Maryam Schumacher, dpa
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Die Jecken müssen auch dieses Jahr wieder die K-Frage klären - die Kostüm-Frage. Schwierig, schwierig. Denn auch die Experten streiten noch. Ob Wickie oder Horst Schlämmer die Straßen beherrschen wird, ist ungewiss. Foto: dpa

Köln. Die Jecken müssen auch dieses Jahr wieder die K-Frage klären - die Kostüm-Frage. Schwierig, schwierig. Denn auch die Experten streiten noch. Ob Wickie oder Horst Schlämmer die Straßen beherrschen wird, ist ungewiss.

Nur in einem Punkt herrscht Einigkeit: Dieses Jahr avanciert die K-Frage zur Königsdisziplin, denn zum 75. Geburtstag von Elvis Presley werden viele dem King huldigen. Konkurrenz macht ihm höchstens ein anderer King, Michael Jackson.

„Bei den Kleinen sind Spiderman und Ninja vorne dabei”, sagt der Geschäftsführer des Kostümmagazins Karnevalswierts in Köln, Frank Schröder. „Der Cowboy und der Indianer bleiben aber weiterhin trendy.” Während sich die Jungs in Duellen üben, mögen es die Mädchen märchenhaft. Die Prinzessin ist weiter ein Verkaufsschlager. Das kennt man irgendwie aus den Vorjahren.

Bei Galeria Kaufhof war kurzzeitig Horst Schlämmer sehr gefragt. Der beige Mantel, die wuschelige Perücke und der schiefer Zahnersatz - das ist doch nun wirklich mal ein lustiges Kostüm. Vor allem Jugendliche flogen auf den Kanzler-Kandidaten. Ansonsten seien aber auch der kleine Wickie und Vampire groß im Rennen. „Diese Trends verdankt man vor allem aktuellen Fernsehserien und Spielfilmen”, erläutert der Abteilungsleiter für Spielwaren und Karneval, Jürgen Wirtz.

Aber nicht allerorts werden die gleichen Trends aufgespürt. Das Kostüm-Kaufhaus Deiters kann den Schlämmer-Trend „überhaupt nicht bestätigen”. Auch Wickie ist dort kein Hit. Die großen Ausstattungshäuser setzen auf die Musiklegenden Elvis und auf Michael Jackson: glitzernde Jacken samt Perücke für den einen und kurze, schwarze oder rote Pailletten-Jäckchen und weißer Handschuh für den anderen.

Bunt und schrill muss es sein, deshalb ist Flower Power angesagt. Für Frauen sind Schuhe, Gürtel, Schminke und sonstige Accessoires dieses Jahr auf die 70er Jahre abgestimmt. Glitzernde Plateauschuhe sind ein Renner, auch in quietschrosa. „Die passen perfekt zum Disco- Outfit”, sagt die Abteilungsleiterin im Wierts, Doris Christ. An Karneval könnten alle ihr innerliches Kind rauslassen, meint Schröder vom Karnevalswierts, „ohne dumm angesehen zu werden.”

Politische Noten fehlen auch nicht. Die Masken von Angela Merkel und Barack Obama sind natürlich brandaktuell. „Wer hingegen eine von Edmund Stoiber besitzt, kann die ja wohl in die Mülltonne schmeißen”, verkündet Schröder rigoros. Ansonsten merkt man, dass die Fußballweltmeisterschaft ansteht: „In” sind bei den Masken auch Fußballtrainer wie Felix Magath vom FC Schalke. Wers gruselig mag, darf gerne als kaltblütiger Terminator oder blutspeiendes Adams- Family-Mitglied auftreten.

Die Kostümexperten verfolgen die Trends zu Karneval mit Argusaugen, und zwar schon ab August. Unschlagbar sind aber eigentlich selbst gemachte Kostüme, die man leicht abwandeln kann, zum Beispiel einfach ein langer schwarzer Mantel. Damit kann man das eine Jahr als Pirat, das andere als Vampir gehen. Ansonsten ist da noch die Pappnase - für weniger als einen Euro.
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