Die Heerlener Drei-Länder-Polizisten

Von: Markus Bienwald
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Heerlen. Höchstes Lob aus allen Kanälen, viel Schulterklopfen, aber auch noch einen weiten Weg in die Zukunft, all das gab es bei der Zehn-Jahres-Feier des trinationalen Polizeizentrums EPICC in Heerlen.

Das Akronym steht für „Euregionales Polizei-Informations- und Cooperationscentrum“ und ist seit einer Dekade die sinnbildliche Zusammenfassung grenzüberschreitender Zusammenarbeit an einem Tisch.

Natürlich sitzen die aktuell 30 Polizisten aus Belgien, Deutschland und den Niederlanden nicht nur an einem Tisch zusammen, sondern arbeiten auch täglich grenzüberschreitend an einem fundierten polizeilichen Informationsaustausch.

Dirk Weinspach, Polizeipräsident in Aachen, ist als Behördenleiter nicht nur direkt am Geschehen im EPICC-Zentrum in einer recht schmucklosen früheren Autowerkstatt nahe des Heerlener Hauptbahnhofs beteiligt. Er ist überzeugt davon, dass die Arbeit von EPICC auch im Falle einer gemeinsamen Polizeiarbeit wie in dieser Woche in Alsdorf wertvollste Dienste leistet. „Gerade im Anti-Terroreinsatz ist deutlich geworden, wie wichtig EPICC ist“, sagte er während einer Feierstunde am Mittwoch. Der niederländische EPICC-Koordinator Gery Veldhuis unterstrich: „Wenn es wie in Alsdorf eine große Polizeiaktion gibt, dann zeigt das den Erfolg der Zusammenarbeit.“

Dass die Einrichtung ein Erfolg sei, bekräftigte auch Bernd Christ vom NRW-Innenministerium als Vertreter von Innenminister Ralf Jäger, der wegen der aktuellen Lage seinen Besuch kurzfristig absagen musste. Christ legte den Fokus in seinen Worten auf die seit mehr als 40 Jahren aktive Zusammenarbeit der Polizeichefs in der Euregio, die auch über die Landesgrenzen hinweg schon in der Zeit vor EPICC gut funktioniert habe. Zwar war das früher weniger professionell, sagte der belgische EPICC-Koordinator Daniel Colling. Für ihn ist aber wichtig, dass es die Polizisten selbst waren, die sich trotz unterschiedlicher Dienstwege und Datenbasen einen schnelleren Austausch über die in der Euregio engen Landesgrenzen hinweg wünschten.

So entstand EPICC, heute mit 16.000 bearbeiteten Anfragen aus allen drei Ländern im Jahr 2014 eine der wichtigsten grenzüberschreitenden Einrichtungen der Polizei. Dass die Einrichtung dabei nicht als Konkurrenz zu Europol zu verstehen ist, zeigt, dass im selben Jahr mehr als die Hälfte der Aufträge von Europol kam.

Kommt ein solches Mandat bei den Mitarbeitern von EPICC an, dann sammeln sie Daten, gleichen die Daten in den drei beteiligten Ländern ab und analysieren. „EPICC arbeitet dabei sachkundig und zuverlässig“, lobte Bernd Christ.

Der Präsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, Oliver Paasch, sah EPICC als wegweisend für die internationale Bekämpfung der Kriminalität an. „Eine absolute Sicherheit kann es in einer demokratischen Welt nicht geben“, sagte Paasch, „aber wir können Gefahren einschränken, wenn wir grenzüberschreitend zusammenarbeiten.“

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