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Die ganze Einkaufswelt schaut auf Aachen

Von: Robert Esser
Letzte Aktualisierung:
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Wer hat das schönste Einkaufszentrum der Welt? Zur Wahl steht auch das „Aquis Plaza“ in Aachen. Foto: Harald Krömer

Aachen. In einem Atemzug mit Marseille, Stockholm und Schanghai gelobpreist zu werden, ist für Aachen nicht gerade alltäglich. In Sachen Shopping Mall ist das neuerdings so.

Mitte März verleiht eine internationale Jury im französischen Cannes die „Mipim Awards 2016“ („Marché international des professionnels de l’immobilier“). Das Aachener Einkaufszentrum Aquis Plaza ist in der Kategorie „Bestes Einkaufszentrum“ ein Kandidat von vier Nominierten. Der im Rahmen der renommierten Messe für Gewerbeimmobilien und Betriebsansiedlungen verliehene Preis gilt als wichtigste Auszeichnung der Branche und kürt die weltweit besten Immobilienprojekte.

Die Nominierung löst nicht nur in der Aachener Immobilienbranche Jubelstürme aus. Man wittert – wohl völlig zu Recht – eine einzigartige Chance, um für den Investitionsstandort Aachen zu werben. Und dies vor einem internationalen Investorenpublikum, das kaum zahlungskräftiger sein könnte. Deshalb reisen zehn Unternehmen und Institutionen aus der Euregio Maas-Rhein – darunter die Industrie- und Handelskammer (IHK) – an die Côte d‘Azur.

Wobei die Jubelfeier natürlich an zweiter Stelle steht. Erstmal geht‘s ums Geschäft. „Die Nominierung des Aquis Plaza für diesen Preis ist ein großer Erfolg für ECE und alle am Projekt Beteiligten“, betont IHK-Geschäftsführer Fritz Rötting, der die Messepräsenz unter dem Motto „Aachen – drei Länder, ein Standort“ koordiniert. „Das verleiht dem Image Aachens als aufstrebender Standort für Immobilieninvestitionen einen kräftigen Schub“, sagt er.

Für das Jahr 2016 hatten sich 230 Projekte aus 42 Ländern in verschiedenen Kategorien um den „Mipim Award“ beworben. Alexander Otto, Vorstandschef der ECE Projektmanagement, ist stolz auf den Erfolg seines Teams: „Mit dem Aquis Plaza ist ein neuer Anziehungspunkt für Aachen entstanden, der Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Freizeit miteinander verbindet und durch sein zukunftsorientiertes Konzept hinsichtlich Architektur, Mieter-Mix und Service-Vielfalt überzeugt“, klopft er den Mitarbeitern auf die Schultern.

In einer Bauzeit von 898 Tagen sind 29.000 Quadratmeter Verkaufsfläche für 130 Geschäfte entstanden. 290 Millionen Euro investierten ECE und Strabag Real Estate. 25.000 Kunden sollen täglich kommen. Da können die Mitbewerber locker einen draufsetzen. 101.000 Quadratmeter zählt zum Beispiel „The Mall of Scandinavia“ in Stockholm.

„Les Docks Village“ in Marseille baut auf einem historischen Gebäude-Ensemble aus dem Jahr 1857 auf – und versprüht deshalb besonderen Charme. Auf völlig futuristische runde Formen setzen die Architekten des „Hub“ in Schanghai. Das asiatische Einkaufszentrum ist an einem öffentlichen Verkehrsknoten entstanden, an dem jeden Tag 1,1 Millionen Passagiere und damit potenzielle Kunden buchstäblich verkehren. Zum Vergleich: ECE beziffert den gesamten Einzugsbereich für das Aquis Plaza auf 1,2 Millionen Menschen.

Es geht in Cannes mehr um Wahrnehmung als nackte Zahlen: „Hier positionieren wir unsere Wirtschaftsregion als Top-Adresse für Gewerbeimmobilien“, sagt Rötting. Dabei werde die Region seit Jahren spürbar immer stärker von auswärtigen Investoren angesteuert. Früher schauten Geldgeber ausschließlich auf Metropolen wie Hamburg, Berlin und München. Jetzt sei Aachen dran, heißt es.

Im Mittelpunkt des Aachen-Auftritts am NRW-Gemeinschaftsstand in Frankreich vom 15. bis 18. März steht der RWTH Aachen Campus. Klaus Feuerborn und Norbert Hermanns sind als Geschäftsführer und Investor von der Zugkraft überzeugt. Die Cluster Smart Logistik und Photonik waren Ende 2015 in das Portfolio eines Investmentsfonds überführt worden. „Damit ist die Anlagenklasse ,Wissenschaftsimmobilie‘ erfolgreich am Markt platziert“, sagt Landmarken-AG-Vorstand Hermanns.

Angesichts hoher Liquidität seien Investoren auf der Suche nach Anlagen – man müsse sie nur nach Aachen führen, so Feuerborn. Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp stellt fest: „Wir sehen mit einem gewissen Stolz auf unsere Präsenz bei dieser renommierten Messe für Gewerbeimmobilien in Cannes. Dass der RWTH Aachen Campus dort eine so große Rolle spielt, unterstreicht die Bedeutung und die überregionale, ja, internationale Strahlkraft dieses innovativen Projektes in und für Aachen.“ Es läuft also. Man muss nur einen langen Atem beweisen.

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