Aachen - Die Ex-Freundinnen des Alsdorfer Schlagersängers

Die Ex-Freundinnen des Alsdorfer Schlagersängers

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
schlagersänger prozess
Der Alsdorfer Schlagersänger, Mirco G. (li., mit Anwalt Torben Petry): Er steht unter anderem wegen Vergewaltigung vor Gericht. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Am Mittwoch war keiner der schönen Tage, die der Alsdorfer Schlagersänger Mirco G. in seinen Liedern so gern besingt. Am Mittwoch begann der Prozess vor dem Aachener Landgericht. Der 34-Jährige steht wegen Vergewaltigung und Körperverletzung seiner Ex-Verlobten und für den ruppigen Umgang mit zwei weiteren Ex-Freundinnen vor Gericht, den Vorsitz hat Richter Markus Vogt.

Staatsanwältin Pascal Schlimm glaubt, Beweise für die schwerwiegenden Anschuldigungen zu haben, Mirco G. und sein Anwalt Torben Petry bestreiten alles.

Die Bühne, die Vertreter von Fernsehen, Funk und Presse dem Schlagersänger bereiteten, erschien angemessen. Mirco G. war unter einem Künstlernamen mit einer Coverversion eines berühmten deutschen Schlagers 2006 in die Charts gekommen, was ihm einige Auftritte in einschlägigen Diskotheken auf Mallorca eintrug. Doch davon war am Mittwoch nur noch am Rande die Rede.

Mirco G. gab am Mittwoch lediglich zu, im Jahr 2014 seine letzte bekannte Freundin „ein wenig“ und „eher zufällig“ mit einer Stange Zigaretten, die sie aus dem Urlaub mitgebracht hatte, am Kopf touchiert zu haben. Der Hauptvorwurf gegen G. kommt allerdings von Schlagersternchen Claudia H. (36). Die Wahl-Dresdenerin hatte aufgrund von Vorfällen im Jahr 2012 ihren Ex-Freund Mirco G. angezeigt. Damals lebten die beiden zusammen in einem gemeinsamen Haus im Raum Aachen.

Tritte mit den Cowboystiefeln

Es war eben diese Anzeige, die zu dem am Mittwoch eröffneten Prozess führte. Claudia H. selbst war vor Gericht erschienen und erklärte, die Anzeige erstattet zu haben, weil sie „ihrem inneren Gewissen“ gefolgt sei, auch wenn dies negative Folgen für ihre Karriere im Schlager-Geschäft haben würde, wie sie unter dem Beistand ihrer Anwältin Antje Heister (Hannover) am Mittwoch dem Gericht erklärte.

Ihren Aussagen bei der Polizei folgend wirft die Staatsanwaltschaft Mirco G. vor, er habe zunächst im Januar 2012 seine neue Freundin schwer „mit Cowboystiefeln“ gegen die Oberschenkel getreten, weil sie sich geweigert haben soll, ihm „die Fingernägel zu schneiden“, hieß es am Mittwoch im ersten Anklagepunkt. Dann gab es Anfang Mai 2012 wieder Stiefeltritte, weil Claudia H. unerlaubt und zu lange joggen gewesen sei.

Im November 2012 dann habe es Tritte in die Rippen gegeben. Im Dezember, heißt es in der Anklageschrift, sei er zu sexuellen Taten übergegangen, eine davon, als sie von Schlaftabletten ruhiggestellt in ihrem – jetzt inzwischen getrennten Schlafzimmer – lag und schlief. Da soll G. im Schlaf in sie eingedrungen sein, sie habe sich im Zustand der „Unfähigkeit zum Widerstand“ befunden. Etwas später im Dezember 2012 soll G. sich nachts ins Schlafzimmer von H.geschlichen haben und sie vergewaltigt haben. Man habe damals bereits seit Wochen im Streit gelebt, sagte G. vor Richter Vogt aus.

Das Zusammenleben mit Claudia H. in dem gemeinsamen Haus sei schnell furchtbar geworden wegen ihrer ständigen Eifersucht: „Sie buchte meine Auftritte und war immer neidisch, wenn ich Erfolg hatte“, sagte Mirco G. Man hatte inzwischen auch noch denselben Manager. Das habe nur dazu geführt, dass sich „Claudia regelmäßig an meine Auftritte ranhängen wollte“, erklärte G. am Mittwoch. Das sei noch schlimmer geworden, als G.s Ex-Freundin öffentlich behauptete, sie sei schwanger von Mirco G., was sich später, nach einem Vaterschaftstest, als falsch herausgestellt habe. Doch den Streit zwischen G. und Claudia H. habe das ungemein befeuert.

Die Vorgängerin, die Nachfolgerin

Geschlagen oder vergewaltigt, wie es in der Anklage stehe, habe er seine Ex nie, erklärte G. Ende 2012 sei sie dann weg gewesen, als er von einer Tournee nach Hause gekommen sei. Er habe nicht lange danach ausziehen müssen, „weil sie den Strom gekündigt hatte“. Als die Vorwürfe von Claudia H. öffentlich wurden, hagelte es auch Vorwürfe zweier weiterer Ex-Freundinnen.

Die Vorgängerin von Claudia H. gab bei der Staatsanwaltschaft an, Mirco G. sei 2011 gewalttätig geworden. Und auch die Nachfolgerin von Claudia H. meldete sich zu Wort. Sie habe im Jahr 2014 Schläge von dem Sänger bekommen. Das war die Geschichte mit der Stange Zigaretten, die G. jedenfalls teilweise zugab. Immer habe er sich gegen die Eifersuchtsanfälle der Frauen wehren müssen, gab G. zu Protokoll. Dann, nach der Mittagspause, begann die Zeit der Zeugin Claudia H. Allerdings ohne Öffentlichkeit, weil Anwältin Heister „wegen intimer Details“ den Ausschluss beantragt hatte.

Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.

Leserkommentare

Leserkommentare (5)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert