Die edelsten und rassigsten Oldtimer: Automobilgeschichte im MECC

Von: Manfred Kistermann
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Ein magischer Anziehungspunkt für die Freunde historischer Fahrzeuge: Das Maastrichter Kongresszentrum MECC bietet am kommenden Wochenende eine enorme, großartige Fülle automobiler Kostbarkeiten zum Bestaunen an. Auch wer kaufen will, ist dort am richtigen Ort.
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Eine Maserati-Rennversion aus dem Jahre 1958: Die Automarke feiert ihren 100. Geburtstag.

Maastricht. Edle Oldtimer sind gefragt – als Sammlerstücke, Geldanlagen, Spekulationsobjekt oder einfach nur, weil Technik und Design faszinieren. Kein Wunder also, dass traditionell am zweiten Wochenende des neuen Jahres in der Euregio die Fans nach Maastricht pilgern.

Im dortigen Messe- und Kongresszentrum (MECC) findet auch diesmal wieder die Oldtimerveranstaltung InterClassics & TopMobiel statt. Von Freitag, 17., bis Sonntag, 19. Januar, sind wieder schöne Oldies zu sehen und stehen teils auch zum Kauf bereit. Die größte Börse im Dreiländereck wird wahrscheinlich 30.000 Besucher anziehen. Längst ist die InterClassics auch zu einer reinen Ausstellungsshow geworden. Jedes Jahr widmen sich die Veranstalter einem anderen Schwerpunktthema aus der automobilen Welt und zeigen die schönsten Modelle. Diesmal wird das 100-jährige Jubiläum der italienischen Automarke Maserati ausführlich präsentiert. Darüber hinaus steht der „Filmheld“ Ford Mustang im Mittelpunkt der beliebten Messe, und es gibt eine Ausstellung von Vorkriegs-Rennwagen-Legenden.

100 Jahre Maserati

Die reiche Geschichte der rassigen italienischen Marke Maserati war einer der Gründe, warum der Veranstalter sich für dieses Messethema entschieden hat. „Im Verlauf der 100 Jahre, die es Maserati nun gibt, hat diese tonangebende Marke interessante Veränderungen und Entwicklungen mitgemacht und sich zu einer Ikone der Autowelt entwickelt. Stillstand war für Maserati im 20. Jahrhundert ein Fremdwort“, erklärt Erik Panis, der Ausstellungsmanager des MECC Maastricht.

1914 wurde die Automarke von den sechs Maserati-Brüdern gegründet. Ab der Mitte der zwanziger Jahre bis in die fünfziger Jahre konzentrierten sich die Brüder auf die Herstellung von Rennwagen und feierten große Erfolge mit den berühmten Modellen Tipo 26,250F und Birdcage.

Gegen Ende der fünfziger Jahre begann Maserati, auch Straßenwagen zu bauen. In den sechziger und siebziger Jahren machte man sich einen Ruf als Hersteller exklusiver GT-Sportwagen. Als Citroën die Marke in den siebziger Jahren übernahm, war die Hydrauliktechnik von Citroën ab diesem Zeitpunkt auch in den Modellen von Maserati zu finden. Ende der siebziger Jahre kaufte De Tomaso die Marke. Mit der Entwicklung des Biturbo im Jahr 1982 öffnete Maserati sich einem größeren Publikum. Als später Ferrari die Marke übernahm, war das erste Modell, das unter der neuen Leitung gebaut wurde, der 3200 GT, der über einen Achtzylinder-Biturbo-Motor verfügte. Danach wurden konventionelle Motoren ohne Turbo verwendet, die auch in den aktuellen Modellen zu finden sind. Maserati ist jetzt unter dem Dach des Fiat-Konzerns.

Auf der InterClassics & TopMobiel werden 30 äußerst exklusive Maserati-Modelle ausgestellt. Ausschließlich für diese Veranstaltung wird das Louwman-Museum in Apeldoorn eines seiner Prunkstücke zur Verfügung stellen, nämlich den Maserati 8CM Monoposto Grand Prix. Außerdem können sich die Besucher der InterClassics & TopMobiel auf den Tipo 26 freuen. Im ersten Einsitzer von Maserati saßen die besten Fahrer aller Zeiten.

Filmlegenden

Auch nachdem Maserati den 8CM an einen südafrikanischen Fahrer verkauft hatte, wurde der Wagen noch in mehreren Rennen eingesetzt, unter anderem beim Rand Grand Prix 1937 und beim Grand Prix von Südafrika 1938. Seit 1988 gehört dieses Prunkstück dem Louwman-Museum. Der Wagen wurde restauriert und besitzt mittlerweile wieder seine ursprüngliche Form als Einsitzer.

Der Tipo 26 war der erste von Maserati hergestellte Rennwagen. Dieser Wagen wurde nicht nur 1926 produziert, sondern trat in diesem Jahr auch zum ersten Mal bei einem Rennen an. Dank seiner hervorragenden Eigenschaften erreichte er schon bald Spitzengeschwindigkeiten von 180 bis 200 km/h.

Neben den Rennwagen gibt es auch Filmlegenden zu sehen: Der Mustang ist eines der auffälligsten Modelle, die Ford je hergestellt hat. Das erste Exemplar stammt aus dem Jahr 1964. Sein sportliches Aussehen machte den Mustang zu einem echten Filmhelden, der zum ersten Mal im James-Bond-Klassiker Goldfinger (1964) auf der Leinwand zu sehen war. Es sollten noch viele weitere Filmauftritte folgen. So war der Mustang unter anderem im nächsten James-Bond-Film, Feuerball (1965), und in Filmen wie Bullitt (1968), einem weiteren James Bond, Diamantenfieber (1971), und Die Blechpiraten (1974) zu sehen. Besucher können diesen Helden in einem außergewöhnlichen Showpavillon begegnen, in dem ausschließlich Mustang-Modelle ausgestellt werden, die zu Leinwandhelden wurden.

In einer weiteren Showhalle werden die „Großväter“ der Formel 1 zu sehen sein. Diese Vorkriegsrekordjäger geben einen Einblick in den frühen Motorsport: Das allererste Autorennen fand 1887 statt, der erste Grand Prix 1906. Schon zu Beginn der Automobilgeschichte ging es vor allem um Geschwindigkeit. 1909 durchbrach der Blitzen-Benz die Geschwindigkeitsgrenze von 200 km/h. Fahrer waren zu diesem Zeitpunkt der Mechanik in jeder Hinsicht untergeordnet. Wahre Automobilisten werden von den Exponaten begeistert sein.

Neben den Autos und den Fahrzeug-Verkaufsangeboten gibt es auch jede Menge Zubehör, Bücher, Restaurierungswerkzeuge, Ersatzteile und Automobilia auf der Börse zu sehen und zu kaufen.

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