Die Apotheker wollen wieder mehr Geld verdienen

Von: Thomas Vogel
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Für faire Bezahlung: Wie hier in Alsdorf wehrten sich im Nordrhein rund 2500 Apotheken gegen den GKV-Spitzenverband. Foto: Holger Bubel

Alsdorf/Aachen. Die Apotheker in der Region glauben, die wirtschaftliche Zukunft ihrer Apotheken sei gefährdet, deswegen haben sie am Mittwoch zwei Stunden lang gestreikt. Die Krankenkassen glauben hingegen, dass die Apotheker genug verdienen, deswegen bestehen sie weiterhin auf ihren Rabatten.

Während die Apothekenkunden am Mittwoch zwischen 10 und 12 Uhr von Notbesetzungen bedient wurden, sammelten die Apotheker auf der Straße Unterschriften für ihr Anliegen. Im Kern des Streits zwischen dem Apothekerverband Nordrhein und dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) geht es um einen Rabatt: Damit die Krankenkassen sich finanziell konsolidieren konnten, wurden die Apotheken gesetzlich dazu verpflichtet, ihnen einen erhöhten Rabatt auf Medikamentenrechnungen zu gewähren – 2,05 Euro statt 1,75 Euro.

Nach Fristablauf des „Sonderopfers“, wie es der Apothekerverband Nordrhein nennt, weigert sich der GKV jedoch, zum 30 Cent niedrigeren Rabatt zurückzukehren. Begründung: Vor Jahren betrug der Rabatt 2,30 Euro. Weil sich beide Parteien beim Verhandeln der Summe nicht einig wurden, legte eine Schiedsstelle die 1,75 Euro als neuen Rabatt fest. Dagegen klagte der GKV-Spitzenverband.

Die Entscheidung des Landessozialgerichts Berlin-Brandenburg steht noch aus. Der  Warnstreik sollte helfen, die Verhandlung mit den Krankenkassen wieder in Gang zu bringen, um die Situation der Apotheker zu verbessern. „Wir wollen einfach darauf aufmerksam machen, dass, wenn wir nicht wirtschaftlich arbeiten können, wir den gesetzlichen Auftrag, die Bevölkerung mit Arzneimitteln zu versorgen, nicht leisten können“, sagte Gabriele Neumann, Vorsitzende des Apothekerverbands Aachen. Zum Jahresende schlössen in Aachen vier von 76 und in Simmerath/Monschau zwei von acht Apotheken, weil sich deren Betrieb nicht mehr rechne.

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