Titz - Die A44n: Eine Autobahn, die im Geheimen gebaut wird

Die A44n: Eine Autobahn, die im Geheimen gebaut wird

Von: Claudia Schweda
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A44n, Blick auf das Kreuz Jackerath von Jülich aus. Foto: Schweda

Titz. Seit vier Jahren entsteht zwischen Garzweiler I und II eine Autobahn größtenteils im Geheimen. Lange Zeit haben nur die RWE-Mitarbeiter im Tagebau dieser Autobahn 44n beim Wachsen zusehen können. Sie wird der Ersatz für die alte Autobahn 44 zwischen Jackerath und Holz, die vor zehn Jahren im Tagebauloch verschwunden ist.

Seitdem müssen alle Auto- und Lkw-Fahrer einen kleinen Umweg über die A61 in Kauf nehmen, wenn sie Richtung Düsseldorf wollen. Doch voraussichtlich 2018 wird auch die A61 den Baggern weichen. Damit es dann noch eine Autobahn nach Düsseldorf gibt, muss die neue, größtenteils sechsspurige A44n bis zu diesem Zeitpunkt fertig sein.

Und das wird gelingen, sagt Hans-Werner Seul, Projektleiter beim Landesbetrieb Straßenbau. Der Landesbetrieb baut den rund drei Kilometer langen Teil der A44n außerhalb des Tagebaus und das neue Kreuz Jackerath, Tagebaubetreiber RWE baut die rund sieben Kilometer durch den Tagebau. Bezahlt wird das 100-Millionen-Projekt komplett von RWE.

„Der Verkehr aus Richtung Aachen und Koblenz soll spätestens im Sommer 2018 über die neue Trasse rollen“, sagt Seul. Im Herbst 2018 sollen dann die Schleifen im Kreuz Holz fertig sein, damit auch der Verkehr aus und in die Niederlande über die A44n geführt werden kann. Erst dann kann die A61 verschwinden.

Dauerbaustelle bei Jackerath

Die neue Trasse mitten im Tagebauloch sieht größtenteils schon aus wie ein breiter Damm mit Feldern an beiden Seiten. Die Bauern sind längst darauf unterwegs. 7,2 Kilometer ist dieser Teil der A44n lang. Das Novum ist die Höhe des Damms: Bis zu 190 Meter ragt er aus dem Tagebauloch auf. Genau das ist die Herausforderung: Die Autobahntrasse wird im Norden immer noch aufgekippt, während die Tagebaue rechts und links noch nicht verfüllt sind.

Das hat es in Deutschland so noch nicht gegeben. Niemand weiß also, was später passiert. Ob etwa der spezielle Materialaufbau der Trasse richtig war, um später massive Setzungen unter einer stark befahrenen Autobahn zu verhindern, wird erst die Zeit zeigen.

An den kommenden Wochenenden greift der Autobahnneubau erstmals in den laufenden Verkehr ein: Im neuen Kreuz Jackerath müssen 40 Meter lange Stahlträger und 280 Betonfertigteile für die zentrale Brücke aufgelegt werden, über die die A44n rollen soll.

Dafür muss die A 61 voll gesperrt werden. „Ab diesem Jahr greifen wir deutlich in den Verkehr ein“, sagt Projektleiter Seul und meint damit vor allem den Anschluss der neuen an die alte Trasse auf Titzer Gebiet. Noch in diesem Monat wird damit begonnen. Der sandige Unterbau der neuen Trasse ist dort bereits sichtbar. Während der Bauzeit müssen die Fahrspuren verengt werden oder über Provisorien laufen. „Da es aber bei vier Fahrspuren bleibt, rechnen wir nicht mit Verkehrsbehinderungen“, sagt Seul.

Was mit der neuen Trasse der A44 ebenfalls verschwinden wird, ist die Radarfalle im alten Kreuz Jackerath. Sie war in diesem Unfallschwerpunkt 2009 aufgestellt worden und spülte anfangs über zwei Millionen Euro in die Kassen des Kreises Düren. 2015 waren es noch knapp 900.000 Euro.

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