DGB organisiert Aktionen gegen Neonazis

Von: Michael Klarmann
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Aachen. Die Polizei bereitet sich wegen des Neonazi-Aufmarsches am 25. September auf einen Großeinsatz vor - und die Gegner des braunen Spuks machen auch mobil.

Ein erstes Vorbereitungstreffen zu den Gegenprotesten hat am Freitag stattgefunden. Aachens DGB-Chef Ralf Woelk sagte den „Nachrichten”, es sei „erfolgreich” verlaufen. Ein breites Bündnis von Parteien, Initiativen und Migrantenorganisationen stünden zusammen gegen den Aufmarsch der Neonazis, der sich gegen den Neubau der Yunus-Emre-Moschee richtet.

Der Pulheimer Hitler-Fan Axel Reitz und der Dürener NPD-Chef Ingo Haller hatten zu dem fremdenfeindlichen Hetzmarsch aufgerufen. Auf Anfrage wollte Polizeisprecher Paul Kemen über die zu erwartende Teilnehmerzahl und die Route „zum jetzigen Zeitpunkt” keine Angaben machen. „Akribisch, wie immer,” werde sich die Polizei auf den Einsatz vorbereiten.

Flexibles Konzept

Auch Polizisten aus anderen Teilen NRWs würden angefordert. Betroffene Bürger und Anwohner würden von seiner Behörde kurz vor dem 25. September über die zu erwartenden „Lage” informiert, so Kemen.

Die Neonazis rufen dazu auf, dass ihr Aufmarsch um 12 Uhr am Hauptbahnhof beginnen soll. Vermutet wird, dass sie durch das Ostviertel bis an die Moscheebaustelle marschieren wollen. Angemeldet wurden bisher zudem eine Gegendemonstration durch eine Person aus dem linken politischen Spektrum und Gegenproteste durch den DGB. Dazu sagte Woelk, bei dem Treffen am Freitag habe ein breites Bündnis im Rahmen der DGB-Aktionen „ein mobiles und flexibles Konzept” beraten, um an verschiedenen Orten protestieren zu können. Die DGB-Proteste konzentrierten sich dennoch überwiegend auf das Ostviertel und das Umfeld der Baustelle für die neue Moschee.

Deutlicher Text

Erst vor wenigen Tagen hatten die Bürgermeisterinnen Margrete Schmeer (CDU) und Hilde Scheidt (Grüne) sowie Bürgermeister Björn Jansen (SPD) in Abstimmung mit Oberbürgermeister Marcel Philipp (CDU), der sich in Urlaub befand, einen Aufruf gegen die Neonazi-Demonstration unterzeichnet. Sie rufen in dem ungewöhnlich deutlich formulierten Text „Aachenerinnen und Aachener aller Nationalitäten, Kulturen und Religionen” dazu auf, sich dem „brauen Pöbel” entgegenzustellen. Maßgeblich der DGB soll die Organisation der Gegenproteste koordinieren.

Woelk sagte, sowohl Mitglieder der im Stadtrat vertretenen Fraktionen als auch Migrantenvertreter, Gewerkschafter und Mitglieder anderer Organisationen hätten an dem Treffen am Freitag teilgenommen. „Ziel ist es, einen Marsch der Rechten durch unsere Stadt zu verhindern”, sagte Woelk.
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