Deutsche und Niederländer wechseln sich an der Kelle ab

Von: Verena Müller
Letzte Aktualisierung:
Polizeikontrolle
„Verkehrskontrolle, Ihre Papiere bitte!” Foto: ddp

Landgraaf. „No Problem” steht auf der Mütze von Mike Uiterwijk aus Landgraaf. Das finden die deutschen und niederländischen Polizeibeamten bei der Kontrolle von Mikes himmelblauem fahrbaren Untersatz nun gar nicht.

Der Auspuff des Opel Kadett, Baujahr 1979, röhrt verdächtig, als Mike auf den Platz nahe des Pinkpop-Geländes in Landgraaf rollt. Wim Heidendael bittet um die Papiere.

Zum ersten Mal haben sich Polizei Limburg und Bundespolizei zu einer solchen gemeinsamen Aktion zusammengetan. „Seit vergangenem Jahr haben wir auf der Linie der Euregio-Bahn gemeinsam kontrolliert, weil es viele Probleme mit Drogenhandel und -kurieren gab”, sagt Frank Stevelmans von der Polizei Limburg. Mit Axel Mohr hat er dann monatliche Kontrollteams gebildet.

Inzwischen haben sie das Problem weitestgehend im Griff, finden aber, dass man auch in anderen Bereichen voneinander lernen kann. So gab es im Vorfeld ein gemeinsames Einsatztraining, auch bei der Fahndungsüberprüfung tauschen sich die Beamten aus.

Teure Rückleuchten

Etwas schwerfällig steigt Mike aus dem Auto, geht an den Kofferraum und kramt die Dokumente zwischen Bierdosen und anderen Einkäufen heraus. Heidendael erklärt seinem deutschen Kollegen Uwe Gehlen kurz, was wo auf den Papieren zu finden ist. „Alles klar, wie bei uns”, sagt Gehlen. Währenddessen wirft Hans Schmeets im blauen Overall einen Blick unter die Motorhaube. Gibt es technische Mängel? Ist mit der Fahrzeugnummer alles in Ordnung oder ist das Auto vielleicht gestohlen?

Die Maschine des Opels jedenfalls scheint nicht zum Fahrzeugtyp zu gehören. Hans Schmeets gibt über Handy die Fahrzeugnummer durch. „Die 2-Liter-Maschine ist in Ordnung. Die ist vom Straßenverkehrsamt abgenommen. Aber der Wagen muss später tiefergelegt worden sein”, sagt Schmeets.

Mike schürzt die Lippen. „Ich hab´ das Auto so gekauft”, sagt er. „Damit müssen Sie noch mal zum Straßenverkehrsamt”, sagt Schmeets. Im Umdrehen murmelt er: „Damit kommt er nicht durch.” Ein Bußgeld muss er, im Gegensatz zu vielen anderen, die heute im Laufe des Tages angehalten werden, nicht zahlen.

Jelle Schoenmakers und Gunnar Rademacher wechseln sich an Kelle und Laserpistole ab. Jo Rinkens haben sie rausgewunken. Wieder ein Niederländer. Bis auf beispielsweise eine Heinsbergerin, bei der es nichts zu beanstanden gab, sind Deutsche dünn gesät.

Bei Jo Rinkens ist es der Anhänger, der ihm zum Verhängnis wird. Kaum abgestellt, zieht Schmeets schon eine Taschenlampe aus seiner Gürtelschlaufe und leuchtet darunter. Stutzig wird er an der Anhängerkupplung. „Nicht vorschriftsmäßig”, lautet sein Urteil.

Schlimmer als das ist aber, dass die Rückleuchten des Anhängers defekt sind. „Ja, mit dem Licht, da haben die Recht”, gibt Jo Rinkens kleinlaut bei. 270 Euro kostet ihn das. Da staunen die deutschen Polizisten nicht schlecht. „So viel hätte das bei uns sicher nicht gekostet”, meint Gehlen und zieht die Augenbrauen hoch. Auch wenn die Niederländer Autofahrer wegen überhöhter Geschwindigkeit zur Kasse bitten, bläst er nur kurz die Backen auf.

Parallel zum Posten in Landgraaf steht ein zweites Team ein paar Kilometer weiter in Rimburg. Da wurde ein Marokkaner auf dem Weg von den Niederlanden nach Deutschland mit 60 Gramm Marihuanna gefasst. Ein Spürhund war nicht dabei. „Das riecht man auch so”, sagt Uwe Gehlen. Um 14 Uhr wechseln die Teams die Grenzseite. Auf der Suche nach Rasern, Drogenkurieren und Autodieben. Ab jetzt regelmäßig.
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