Deutsche Fastnacht: Kulturpreis für Kölner Brauchtumsforscher

Von: Nina Krüsmann
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Karnevalistische Einlagen im Krönungssaal: Kulturpreisträger wurde ... Foto: Andreas Herrmann
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... der Leiter der Abteilung Brauchtum des Kölnischen Stadtmuseums, Michael Euler-Schmidt. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. „Karneval ist Lebensfreude und Kulturgut“, sagte Frank Prömpeler, Präsident des Festausschusses Aachener Karneval (AAK), bei der 9. Kulturpreisverleihung der Deutschen Fastnacht an Dr. Michael Euler-Schmidt im Rahmen der 41. Präsidialtagung des Bundes Deutscher Karneval (BDK) e.V. am Samstag in Aachen.

Im Krönungssaal des Aachener Rathauses wurde der stellvertretende Direktor und Leiter der Abteilung Brauchtum des Kölnischen Stadtmuseums, Dr. Michael Euler-Schmidt, für seine Verdienste um das Brauchtum mit dem 9. „Kulturpreis der Deutschen Fastnacht“ ausgezeichnet. „Gewürdigt wird damit sein Wirken und Werk, mit dem er wesentlich zur Erhellung der Grundlagen, zur Vertiefung des Verständnisses sowie zur kulturellen Ausformung und Anreicherung der Inhalte fastnachtlicher Bräuche beigetragen hat“, betonte Laudator Reinold Louis, selbst Kulturpreisträger 2014.

Launige Laudatio

In seiner launigen Laudatio sprach der Heimatforscher, Moderator und Kommentator über den kölschen Klüngel. „Gibst Du mir, geb ich Dir!“, habe sich Euler-Schmidt dazu geäußert. „Er hat große Spuren gelegt, unter anderem die Geschichte der Rosenmontagszüge aufgearbeitet“, lobte Louis.

Der Kölner erklärte, welche Leistung der Preisträger im Bewusstsein von Kunst, Wissenschaft und Forschung für Entwicklung, Ausformung und Erhellung fastnachtlicher Bräuche erbracht hat.

Oberbürgermeister Marcel Philipp begrüßte die rund 600 Gäste in einem Rahmen, der sonst Trägern des Karlspreises gebührt. „Das karnevalistische Brauchtum erfährt in Aachen einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert, und wir freuen uns ebenfalls über die große Wertschätzung, die uns vom BDK zuteil wird“, betonte Philipp. Nach 2008 war dies bereits die zweite Kulturpreisverleihung der Deutschen Fastnacht in Aachen. Der AAK hatte die Organisation dieser Tagung kurzfristig gestemmt, nachdem ein anderer Gastgeber ausgefallen war.

Seit Donnerstag tagten das Präsidium und 250 Delegierte aus ganz Deutschland in Aachen. Gardisten der Rathausgarde Öcher Duemjroefe 1953 und insgesamt 16 Aachener Tanzmariechen und zwei Tanzoffiziere standen Spalier für die eintreffenden Gäste.

Der Festakt unter der Schirmherrschaft der Staatsministerin für Kultur und Medien, Professor Monika Grütters, wurde musikalisch untermalt vom Ensemble der Hochschule für Musik und Tanz Köln, Standort Aachen und einem Auftritt der Kenger vajjen Beverau. Die Mädchen und Jungen zeigten, dass der Karneval in Aachen keine Nachwuchssorgen hat. „Karneval ist Kulturgut, deshalb ist diese Preisverleihung so bedeutend“, betonte BDK-Bundesverbandspräsident Klaus-Ludwig Fess.

Der Kunsthistoriker, Germanist, Theaterwissenschaftler Euler-Schmidt möchte die Strahlkraft des Preises nutzen, um für den Gemeinschaftssinn zu werben. „Karneval ist ein Spiegelbild der politischen und kulturellen Landschaft. Wir können das eigene Brauchtum in gegenseitiger Akzeptanz leben“, betonte Euler-Schmidt. Die wissenschaftliche Pflege und Archivierung sei so wichtig, damit das Kulturgut auch kommenden Generationen erhalten werden könne. Für ein würdiges Finale sorgte der Spielmannszug der Oecher Penn von 1857

Gottesdienst im Dom

Der Kulturpreisverleihung war ein Wortgottesdienst im Aachener Dom vorausgegangen. Die 41. Präsidialtagung des Bundes Deutscher Karneval e.V. in Aachen endete mit einem Gala-Abend.

Dieser stand ganz im Zeichen des Miteinanders. „Aus der Vielfalt zur Einheit – Fastnacht, Fasching, Karneval sind Teil unserer Kultur“ war auf Präsenten für die Delegierten zu lesen. Der Aachener Sänger Kurt Christ präsentierte das Mottolied für die neue Session „Oche, du ming lejjv au Käjserstadt“ und die neue Formation „Die Rumtreiber“.

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