Deutsche Bauern sorgen für Staus auf Limburgs Autobahnen

Von: luk/dpa
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Milchbauer
Eine Kolonne von Traktoren aus Deutschland hat am Montagmorgen für Staus auf den Autobahnen in der niederländischen Provinz Limburg gesorgt. Foto: dpa

Maastricht/Brüssel. Eine große Kolonne von Traktoren aus Deutschland hat am Montagmorgen für Staus auf den Autobahnen in der niederländischen Provinz Limburg gesorgt. Sowohl die A2 in Richtung Maastricht als auch die A73 waren in den Morgenstunden überlastet.

Wie die niederländische Zeitung „De Limburger“ berichtet, sorgten die langsamen Fahrzeuge der Bauen vor allem auf der A2 für ein mittleres Verkehrschaos. Fahrspuren seien für die Trakoren reserviert worden, um den Landwirten und anderen Verkehrsteilnehmern ein möglichst problemloses „Durchkommen“ zu ermöglichen. Die Polizei begleitete sie bis zur belgischen Grenze.

Die  Traktoren aus Deutschland waren auf dem Weg nach Brüssel. In der belgischen Hauptstadt wollen die Bauern zusammen mit ihren Kollegen aus Belgien und Frankreich gegen die niedrigen Milchpreise protestieren. Insgesamt waren es rund 2500 Teilnehmer mit 1000 Fahrzeugen, die sich durch die Europahaupstadt schlängelten.

Es kam zu kleineren Tumulten. Bei einer Protestaktion vor dem EU-Parlament gerieten einige Teilnehmer mit der Polizei aneinander, die Beamten setzten Gummiknüppel und Tränengasein. Strohballen brannten.

Vor dem Parlament brach die Polizei den Ansturm der empörten Landwirte mit Stacheldraht-Barrikaden. Es kam zu Handgreiflichkeiten: Demonstranten warfen Eier und Feuerwerkskörper, einige versuchten,die Absperrung zu durchbrechen.

Nach Angaben des Verbandes können viele europäische Landwirte ihre Betriebskosten nicht mehr decken, weil die Molkereien ihnen zu wenig zahlen.

Um den „Brand auf dem Milchmarkt“ zu löschen, versprühten dieTeilnehmer 15 000 Liter Milch Richtung Europaparlament. „Milch ist billiger als Wasser“, kommentierte EMB-Präsident Romuald Schaber. Der durchschnittliche Literpreis in Europa liege bei derzeit 30 Cent. Um die Kosten zu decken seien jedoch 40 Cent nötig.

Die Teilnehmer waren zum Teil über Tage angereist. 24 Stunden reine Fahrzeit habe ihn die Reise mit dem Schlepper gekostet, sagte Hans Foldenauer aus Irseee im Allgäu. Auch er hält die aktuellen Preise für untragbar. „Man kann gerade so über die Runden kommen, aber keine Rücklagen bilden“, sagte er.


Die Hälfte der Treckerfahrer kam aus Deutschland. Bei ihrem Treffen am Mittwoch und Donnerstag wollen
Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) und ihre europäischen Amtskollegen über die Lage auf dem Milchmarkt beraten.


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