Deutsch-belgische Atomkommission nimmt ihre Arbeit auf

Von: Madeleine Gullert
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Tihange
Nach der Pannenserie in belgischen Atomkraftwerken wächst die Sorge vor einem Atomunfall. Foto: Oliver Berg/dpa

Bonn/Aachen. Begleitet von Protesten hat am Mittwoch in Bonn zum ersten Mal die deutsch-belgische Atomkommission getagt. Atomkraftgegner hielten eine Mahnwache ab. Die Einrichtung der Kommission war vereinbart worden, weil das Bundesumweltministerium erhebliche Zweifel an der Sicherheit des umstrittenen Meilers Tihange 2, der Luftlinie nur 60 Kilometer von Aachen entfernt liegt, formuliert hatte. Im Reaktordruckbehälter des Meilers befinden sich Tausende Haarrisse, das gilt auch für den bei Antwerpen liegenden Meiler Doel 3.

„Das ist doch ein zahnloser Tiger, eine Beruhigungspille für die Bevölkerung“, kritisierte Jörg Schellenberg, Sprecher des Aachener Aktionsbündnisses gegen Atomenergie, gegenüber unserer Zeitung. Das sei sehr enttäuschend, dass inhaltliche Forderungen offensichtlich nicht berücksichtigt würden.

Er fordere, dass deutsche Experten Detailunterlagen zu Tihange und Doel zur Verfügung gestellt bekommen sollen, um Sicherheitsangaben auf wissenschaftlicher Basis überprüfen zu können. Greenpeace Belgien klagt zurzeit auf die Herausgabe dieser Unterlagen.

Es geht dabei stets um die Frage, wie gefährlich die Risse sind und ob sie im Betrieb größer werden können. Der Betreiber der belgischen Meiler vertritt die These, dass die Risse bei der Herstellung der Druckbehälter entstanden sind und deshalb keine Gefahr darstellen.

„Es geht hier nur um einen Informationsaustausch, nicht um verbindliche Ergebnisse“, kritisierte Anika Limbach von „AntiAtomBonn“ gegenüber der dpa.

Doch genau so sei ein erstes Treffen eben auch gedacht, hatte eine Sprecherin des Bundesumweltministeriums unserer Zeitung schon vorab erklärt. Experten der deutschen und belgischen Atomaufsichtsbehörden tauschten sich aus und lernten sich kennen. Bei solchen Treffen werde Vertrauen geschaffen.

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