Deutliche Zunahme von Wohnungseinbrüchen auch in der Region

Von: udo/stm/wg/sj
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Einbrecher
Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr stark gestiegen. Foto: dpa

Aachen/Düren/Düsseldorf. Erfolge hat die Aachener Polizei natürlich auch zu vermelden: So sitzt etwa ein südosteuropäisches Einbrechertrio wegen mehr als 30 Taten inzwischen hinter Gittern.

So hob die Polizei auf einem Eschweiler Friedhof ein ganzes Lager an Metall-Die besgut mit Vasen und Lampen aus; so wurde ein Langfinger in Herzogenrath dingfest gemacht, der Autos in Serie knackte. Doch trotz dieser Meldungen machen die drastisch steigenden Zahlen der Wohnungseinbrüche und (Metall-)Diebstähle der Polizei das Leben schwer: „Unsere Zahlen geben nicht gerade zu Begeisterungsstürmen Anlass”, befand jetzt Aachens Polizeipräsident Klaus Oelze.

Während der Kreis Düren sich bei den Wohnungseinbrüchen auf hohem Niveau stabilisiert hat (plus 0,3 Prozent) und Kriminaloberrat Wilhelm Sauer die umfangreiche Präventionskampagne der Dürener Polizei erste Früchte tragen sieht, wurde nicht nur die Städteregion Aachen 2011 von einer Einbruchswelle überrollt. Landesweit stieg die Zahl um 12,5 Prozent, in Stadt und Altkreis Aachen um 23,3 Prozent. Dabei schlagen die Diebe häufiger als früher tagsüber zu (Städteregion: plus 40,7 Prozent; Kreis Düren: plus 18,6 Prozent). Nur jeder siebte Einbruch wird aufgeklärt, in Düren noch weniger.

Ins Blickfeld geraten zunehmend Banden aus Osteuropa, die gezielt in Städten entlang der als Fluchtwege gut geeigneten Autobahnen zuschlagen. Das sind „höchst professionell durchorganisierte” Gruppen, die zu Beginn der dunklen Jahreszeit anreisten, sagte Oelze: „Zur Weihnachtszeit wird dann zu Hause entschieden, ob sie wiederkommen oder genug Beute gemacht worden ist.”

Innenminister Ralf Jäger kündigte ein schärferes Vorgehen der Polizei gegen „reisende Serientäter” an. Als Sofortmaßnahme verdoppelt NRW die Mittel für DNA-Analysen beim Landeskriminalamt auf acht Millionen Euro, um Spuren schneller auszuwerten und Einbruchserien früh zu erkennen. Derzeit warten 10 000 DNA-Proben oft wochenlang auf eine Analyse. Jäger forderte wie Oelze und Sauer Hausbesitzer und Mieter auf, die eigenen vier Wände besser zu sichern. „In 40 Prozent der Einbrüche blieb es beim Versuch, weil Riegel und Alarmanlagen die Täter aufhielten.” Sie appellierten an die Bürger, lieber einmal zu viel als zu wenig den Notruf zu wählen.

Derweil gibt es auch Erfreuliches: Die Zahl der Gewaltdelikte und der jugendlichen Täter geht auf hohem Niveau leicht zurück. Jäger: „Das Bild der Jugendkriminalität in der öffentlichen Wahrnehmung und der Realität stimmt nicht überein.”
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