Designer in der Euregio: Überraschungen garantiert

Von: Von Carolin Kremer-Kruff
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Designer öffnen in der Euregio ihre Ateliers. Das soll zahlreiche Besucher anlocken. Foto: Harald Krömer/mapz.com
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Spannende Einblicke in Design-Werkstätten: Die können die Besucher der „Hello Designer Tour“ bekommen, die am Samstag startet. Foto: Harald Krömer

Region. Design ist kein Luxusgut auf erhöhtem Sockel. Im Gegenteil: Design umgibt uns tagtäglich, überall. So jedenfalls verstehen Designer selbst ihr Metier. Wer sich das aus der Nähe anschauen möchte, ist bei der „Hello Designer Tour“ genau richtig.

Am Samstag startet die Premiere des einmonatigen Festivals in der Euregio. Designer öffnen ihre Ateliers und zeigen, woran sie tüfteln. Manches wird dabei skurril anmuten oder ein bisschen überdreht, aber immer originell. Dabei ist Design stets funktional und entsteht immer erst im Gebrauch. Das ist der Unterschied zur Kunst. Aber auch Design-Objekte regen zum Nachdenken an oder reflektieren das, was aktuell Menschen umtreibt.

Design beschäftigt seit jeher Menschen rund um den Globus. Ein weiter Begriff, eine scheinbar grenzenlose Projektionsfläche für Ideen, Sehnsüchte, Utopien. Wie lässt sich dieser große Begriff überhaupt fassen? „Am besten in der direkten Begegnung mit Designern“, erklärt Fabian Seibert, selbst Designer und Ingenieur sowie Mitbegründer des losen Netzwerks „Designmetropole Aachen“.

Gesagt, getan. Unter dem Namen „Hello Designer Tour“ initiiert er ein dynamisches Event, das genau dieses Ziel verfolgt: Eine Plattform für ungewöhnliche Aktionen und Begegnungen zu bieten, die den Bereich „Design“ in ein anderes Licht rückt.

Gefragt sind junge Kreative, die ihre Ateliers, Agenturen und Werkstätten öffnen und zeigen, was sie machen. Modedesign, Webdesign, Produktdesign, Food Design und Tattoo Design – die Bandbreite, das kreative Potenzial in der Euregio ist noch viel umfangreicher.

Ob Hasselt oder Eupen, Maastricht oder Sittard, Aachen oder Mönchengladbach – das grenzüberschreitende Happening bringt es zutage. „Bei unserem Festival soll Design ein bisschen vom Bestaunungssockel heruntergehoben werden und damit auch für Menschen, die sonst nichts mit Design zu tun haben, zugänglicher werden“, so Seibert.

Vor eineinhalb Jahren hat er das Projekt beim Land NRW beantragt, im Juni dieses Jahres kam die endgültige Zusage der Förderung. „Daher konnten wir in den letzten Wochen erst richtig loslegen, funktioniert hat es trotzdem“, freut sich Seibert.

Und wie funktioniert’s? Einen Monat lang, den gesamten Oktober, können sich Designer mit ihrem Event für die „Hello Designer Tour“ anmelden.

Publik gemacht werden die Veranstaltungen auf einer Webseite mit interaktiver Veranstaltungskarte sowie auf Facebook. Eine klassische Ausstellung ist ebenso denkbar wie ein Tag der offenen Tür, ein DJ, der auflegt oder ein Workshop zum Thema „Wie baue ich einen Stuhl?“.

Einzige Bedingung: Es muss etwas mit Design zu tun haben. „Wir stellen die Plattform, die Designer veranstalten ihr Event“, so Seibert. Wie viele Teilnehmer es letztlich sein werden, weiß auch er erst nach dem 31. Oktober, da Veranstaltungen noch während des Projektzeitraums angemeldet werden können.

Die „Hello Designer Tour“ ist ein Netzwerkprojekt. Soll heißen: Die Nachricht über das Event ließ Seibert über verschiedene „Agenten“ in den einzelnen Regionen verbreiten, die vor Ort Kontakt zu verschiedenen Kreativ-Netzwerken haben.

So sollen möglichst viele Designer mobilisiert werden – vom Freelancer bis zur großen Agentur. Einer dieser Agenten ist Benjamin Fleig. Der Galerist aus Eupen hat in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens Designer informiert und auch Sponsoren akquiriert, da Fördermittel vom Land nur bis zur Grenze vergeben werden. Dahinter ist Schluss.

Langsam füllt sich der Veranstaltungskalender. Da ist zum Beispiel Lissi Soltau. Die Aachener Food Saverin (zu Deutsch: Lebensmittelretterin) organisiert im Rahmen der „Hello Designer Tour“ Food Saving Trips, bei denen Lebensmittel aus Supermärkten „gerettet“ werden, die normalerweise weggeschmissen worden wären. Anschließend werden die gesammelten Lebensmittel beim sogenannten „Creative Cooking“ gekocht und verköstigt.

„Auch das ist Design, wenn man so möchte: Social Design. Wir möchten Design nicht nur unter ästhetischen Aspekten zeigen, sondern auch unter sozial-gesellschaftlichen. Lebensmittelverschwendung ist da ein großes Thema“, erklärt Seibert. Carlos de Abreu hingegen weiß noch überhaupt nicht, was während der „Hello Designer Tour“ auf ihn zukommt.

Unter dem Projekttitel „modus chrom – lokal für temporäre zwecke“ stellt er den ganzen Oktober lang ein mit einer großen Schaufensterscheibe ausgestattetes Ladenlokal am Annuntiatenbach in Aachen zur Verfügung. Den Schlüssel dafür möchte er wie einen Staffelstab an verschiedene Mieter weitergeben, die sich bei ihm melden und das Lokal für einen oder mehrere Tage auf ihre Weise nutzen können.

Und aus Kerkrade gibt’s die Zusage, dass sich auch das Design-Museum Cube an dem Festival beteiligt. Den Start machen heute beim Grand Opening allerdings edle Porzellanlampen von Professor Luc Merx, die im Rahmen seines Projekts „Rokokorelevanz“ entstanden sind. Eine Ausstellung in den Räumen der Agentur C/O war sowieso geplant, nun wird einfach beides kombiniert.

Ein regelmäßiger Blick in den Veranstaltungskalender lohnt sich in den kommenden vier Wochen allemal: Denn hier wird mit Sicherheit noch die eine oder andere außergewöhnliche Veranstaltung auftauchen.

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