Aachen/Berlin - Der Rollenwechsel wird geprobt: Bürger machen Politik

Der Rollenwechsel wird geprobt: Bürger machen Politik

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Einer von 400 aus der Region: Alexander Schmeck aus Aachen nimmt am Bürgerforum 2011 von Bundespräsident Chrstian Wulff teil.

Aachen/Berlin. Unterm Christbaum hat sich erst jüngst die Nation ein Bild davon machen können: Der Bundespräsident sucht neue Wege der Kommunikation. So hatte Christian Wulff eine Schar Menschen ins Schloss Bellevue eingeladen, um vor Live-Publikum - und im Stehen - seine Weihnachtsansprache zu halten.

Wenn der Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp und der Aachener Städteregionsrat Helmut Etschenberg am 24. Januar zum Sitz des Bundespräsidenten nach Berlin reisen, dann werden sie zwar nicht Zeuge einer weihnachtlichen Ansprache.

Aber es geht auch dann um eine neue Form der Kommunikation mit dem Bürger, die den Namen „Bürgerforum 2011” trägt und die mit einer Konferenz in Schloss Bellevue eröffnet wird. Dabei erhofft sich Wulff durchaus, mit der Initiative und dem damit verbundenen Dialog der Politikverdrossenheit entgegenwirken zu können.

Dass Stadt und Städteregion Aachen beim Bürgerforum dabei sind, halten Philipp und Etschenberg für eine „besondere Ehre” und „große Herausforderung” zugleich. Aus 180 Bewerbungen wurden bundesweit 25 Städte und Kreise auserkoren, aus denen jeweils 400 per Zufallsprinzip telefonisch ausgewählte Menschen an der Initiative teilnehmen. Derzeit sind Call-Center damit beschäftigt, eine repräsentative Auswahl von Bürgern zu gewinnen. Für Menschen, die angerufen werden und Fragen zum Forum haben, können diese unter 0241/432-7000 stellen. Eine Initiativbewerbung ist übrigens nicht möglich.

Ziel der Initiative ist nicht nur, dem Bürger eine Stimme zu geben. Die Teilnehmer sollen vor allem neue Lösungsansätze finden, um den Zusammenhalt der Gesellschaft zu stärken. Dabei bilden sechs Themenfelder von Bildung über Integration bis hin zu familiären Lebensformen die inhaltlichen Leitplanken. In Workshops und Internet-Foren sollen die Bürger Herausforderungen benennen und Lösungen vorschlagen.

Der gebürtige Simmerather Alexander Schmeck ist einer der bundesweit 10.000 Menschen, die beim Bürgerforum mitmachen. Und er ist der einzige aus der Städteregion, der mit Etschenberg und Philipp in die Hauptstadt reist. „Ich bin richtig gespannt”, verrät der 49-Jährige, der seit Jahren in Aachen wohnt und den beim Bürgerforum der Rollenwechsel reizt. „Bislang habe ich Politik nur passiv wahrgenommen. Nun kann ich aktiv gestalten.”

Die Arbeitsphase in Aachen beginnt am 12. März mit einer ganztägigen Auftaktveranstaltung im Krönungssaal, der sich eine interne Diskussion im Online-Forum anschließt. Am 14. Mai werden die Vorschläge in Alsdorf diskutiert und verabschiedet, um in das bundesweite Bürgerprogramm aufgenommen zu werden, das am 28. Mai in Berlin vorgestellt wird.
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