Der nötige Reichtum der Kirche

Von: cs
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Sein Lehrschreiben wird im Bistum Awachen diskutiert: Papst Franziskus. Foto: dpa

Aachen. Die in der Diakonie und der Sozialarbeit engagierten Katholiken im Bistum Aachen empfinden das erste Lehrschreiben von Papst Franziskus als starken Rückenwind. Das wurde bei einem Werkstattgespräch von rund 50 Interessierten in Aachen deutlich.

Sie diskutierten auf Einladung des Forums Diakonische Pastoral Auszüge aus dem Lehrschreiben „Evangelii Gaudium“ (Freude des Evangeliums). Darin betont der Papst sein Ziel, dass die Kirche sich den Armen zuwenden müsse. Ihm sei eine „verbeulte“ Kirche – weil sie auf die Straße hinausgegangen sei – lieber, als eine, die sich verschlossen und bequem an die eigenen Sicherheiten klammere.

Ergebnis der Diskussion sind viele offene Fragen. Wie etwa soll eine Kirche, die selber reich ist, mit der Forderung umgehen, eine Kirche für die Armen zu sein? Schließlich könne eine Kirche, die selbst arm sei, weniger für andere erreichen. „Wir brauchen diesen Reichtum, um ihn gezielt einzusetzen“, sagte Manfred Körber, Leiter der Abteilung Grundfragen und -aufgaben der Pastoral im Generalvikariat, der den Nachmittag moderierte. Diese Diskussion werde nicht breit genug geführt, lautete die Kritik. Die Frage sei auch, wie man mit dem Gebäudereichtum im Sinne von Franziskus umgehen solle. Sollen die Gebäude verschenkt werden? Sollen sie für Flüchtlingsinitiativen zur Verfügung gestellt werden?

Mit seinem Lehrschreiben, hieß es nach dem Werkstattgespräch in Aachen, nehme der Papst der sozialen Arbeit in den Gemeinden den Rechtfertigungsdruck, den die Diakonie oft empfinde. Tatsächlich wird es mit diesem Papstschreiben im Rücken künftig wohl schwerer, wenn Pfarrgremien etwa ein Obdachlosenfrühstück im Pfarrsaal in Frage stellen, weil sie um das Mobiliar fürchten. Ohnehin seien die Gemeinden durch die Strukturreform im Bistum derzeit sehr mit sich selbst beschäftigt, hieß es. Durch organisatorische Fragen etwa nach dem Gottesdienstplan sei Wichtigeres in die zweite Reihe gedrängt worden. Papst Franziskus mahne nun, die soziale Arbeit vor Ort wieder voranzutreiben.

Diskutiert wurde auch das eigene wirtschaftliche Handeln der Kirche als Arbeitgeber. Institutionen wie die Caritas, so die einhellige Meinung, würden vergleichsweise im sozialen Bereich gut bezahlte Dienstleistungen anbieten. „Doch wie gehen wir damit um, dass es Projekte von kirchlichen Initiativen gibt, bei denen tarifliche Löhne nicht gezahlt werden können?“, lautete eine Frage. Eine Antwort darauf hatte bei diesem ersten Werkstattgespräch noch niemand.

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