Region - Der Löwenzahn-Erlebnispfad bewegt Körper und Geist

Der Löwenzahn-Erlebnispfad bewegt Körper und Geist

Von: Von Martin Thull
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Von MARTIN THULL Es ist ein wenig wir im Märchen: Der Igel Olly ist immer schon da, wenn der Wanderer oder Spaziergänger eine der insgesamt 20 Stationen des Löwenzahn-Erlebnispfades in Nettersheim erreicht. Nicht in Natur, aber gezeichnet weist er auc
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Von MARTIN THULL Es ist ein wenig wir im Märchen: Der Igel Olly ist immer schon da, wenn der Wanderer oder Spaziergänger eine der insgesamt 20 Stationen des Löwenzahn-Erlebnispfades in Nettersheim erreicht. Nicht in Natur, aber gezeichnet weist er auc
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Von MARTIN THULL Es ist ein wenig wir im Märchen: Der Igel Olly ist immer schon da, wenn der Wanderer oder Spaziergänger eine der insgesamt 20 Stationen des Löwenzahn-Erlebnispfades in Nettersheim erreicht. Nicht in Natur, aber gezeichnet weist er auc

Region. Es ist ein wenig wie im Märchen: Der Igel Olly ist immer schon da, wenn der Wanderer oder Spaziergänger eine der insgesamt 20 Stationen des Löwenzahn-Erlebnispfades in Nettersheim erreicht. Nicht in natura, aber gezeichnet weist er auch unterwegs den Weg.

Pfeile an jeder Weggabelung oder -kreuzung, die Ziffern an den Stationen, die unterschiedliche Reaktionen und Aktionen abfordern. Besonders für Kinder ein großer Spaß mit Erkenntnisgewinn.

Aber warum heißt er dann nicht Igelweg? Ältere werden sich erinnern, dass ein gewisser Peter Lustig mit seinem Bauwagen im ZDF eine Sendung bestritt, die „Löwenzahn“ hieß und in der er mittels Experimenten und Einspielfilmen Kindern die Natur näherbrachte. Und das lange, bevor Verbände und Politiker sich für den Umwelt- und Naturschutz stark machten.

Die Redaktion kürte damals so etwas wie Premiumwege für Kinder. Auf denen konnten Kinder und Erwachsene viel über die Natur lernen, vor allem aber auch selbst aktiv werden. Der Löwenzahn-Erlebnispfad in Nettersheim erhielt ein solches Gütesiegel. Was ist der besondere Reiz dieses Weges, der je nach Aufenthalt an den einzelnen Stationen zwischen 90 und 120 Minuten dauern kann? Funde aus römischer Zeit sind unterhaltsam und informativ in den Rundweg einbezogen.

Start ist am „Naturzentrum Eifel“. Es gibt Basisinformationen mit Ausstellungen zu den Themen Neandertaler-Römer-Franken und Wasserlebensräume sowie weitere Fakten zu Wald, Energie oder Mineralien. Auf den befestigten Wegen geht es meist ohne Gefälle oder Steigung – also für Kinderwagen und Rollstühle geeignet – zunächst an der Urft entlang.

Die einzelnen Stationen bieten Informationen, wie etwa zu den rekonstruierten Kalkbrennöfen aus dem 19. Jahrhundert. Über eine Treppe gelangt man zu den Öffnungen, von denen aus die Öfen früher befüllt wurden. Gegenüber geht es erneut einen Hang hinauf, der den Wanderer auf die Höhe der Wipfel der Ahorn- und anderer Bäume führt. Wem dieses Auf und Ab nicht behagt, der kann getrost dem Hauptweg weiter folgen.

Abenteuerspielplatz

Der Abenteuerspielplatz lädt zum Toben ein. Eine Seilbahn, ein Kletterturm oder ein Dachsbau locken, während sich die Erwachsenen auf kunstvoll gestalteten Sitzgelegenheiten von der ersten Etap- pe erholen können. Der Römerweiher ist eine Idylle an der Urft. Der barrierefrei erreichbare Steg bietet Gelegenheit zum Beobachten von Vögeln, die in den Büschen und Bäumen am Ufer nisten, von über dem Wasser schwirrenden Insekten oder quakenden Fröschen. Angeblich sollen hier auch Wasserfledermäuse leben.

Vorbei an einem Nussknacker, an dem Nüsse mit einem Holzhammer geöffnet werden können, und Balancierbalken gelangen wir an ein kleines römisches Kastell. Nebenbei lernt man übrigens hier, wie hart solche Nüsse sind und welche Schwerstarbeit Eichhörnchen verrichten müssen. Das römische Kastell lag an der für die Römer wichtigen Verbindung Köln – Trier. Diese Verkehrsader überquerte mit einer Brücke hier die Urft.

Heute finden wir dort eine nachgebaute Holzbrücke. Sie ist sehr viel schmaler als das historische Vorbild. Und aufgepasst: Dort sind Hindernisse für Fahrradfahrer angebracht, die es auch für Kinderwagen und Rollstühle unmöglich machen, die Brücke zu nutzen. Wer dennoch in das rekonstruierte Minikastell gelangen möchte, bleibt auf dem Hauptweg und kann dann über die Wiese zu dem Bauwerk gelangen.

Es war so etwas wie eine Zoll- oder Mautstation. Die befestigte Anlage diente mehr der Unterbringung einer Reihe von Soldaten denn als Abwehr feindlicher Germanen. Und wie es dort zuweilen zuging, das erklären mehrere Schrifttafeln. Aus dem geschilderten Geschehen um zechende Soldaten, Schreie in der Nacht und einen Toten, der aus seinem Grab aufsteht und die Überlebenden erschreckt, könnte ein begabter Autor einen historischen Kriminalroman basteln. Es ist einer der Höhepunkte des Rundwegs.

Es folgt nach wenigen hundert Metern eine Passage, in der es der Beschreibung nach über Stock und Stein geht. Tatsächlich verlässt der Pfad den Hauptweg und führt leicht bergan durch den Buchen- und Nadelwald. Er verlangt eine gewisse Aufmerksamkeit. Der Verlauf ist manchmal nur zu erahnen. Aber das macht ja ein wenig des versprochenen Abenteuers aus.

Unterwegs gelangen wir an zwei blaue Trichter, die ermöglichen, die vielfältigen Geräusche des Waldes konzentriert aufzunehmen. Diese Hörrohre erleichtern das Experiment mit den Geräuschlandschaften. Wenn Vögel und Wind aber gerade Pause machen, dann ist zumindest ein Rauschen zu hören. Dieser Abenteuerabschnitt – wer diesen nicht gehen mag, bleibt auf dem Hauptweg – endet an einem Pavillon, der zur Rast einlädt.

Von der Traufe herabhängende Baumstämme unterschiedlicher Herkunft und Länge können mit einem Holzhammer zum Klingen gebracht werden. Weiter geht es leicht bergan an einem Bienenstand und einem Insektenhotel vorbei zu einer brachliegenden Ackerfläche. Dort können mit etwas Glück und viel Geduld Fossilien, Versteinerungen aus der Devonzeit, entdeckt werden.

Blick über das Dorf

Dann geht es leicht bergab zurück in Richtung Nettersheim. Vom Weg aus bietet sich ein Blick über das Dorf. Rechter Hand liegt der Kirchberg mit der St. Martinskirche. Nach links führt der Weg zurück ins Naturzentrum. Dabei kann man sehen, wie vorbildhaft die Urft naturbelassen das Dorf durchquert. Im Haus der Fossilien wird eine Reise in die Urzeit unserer Erde und ihrer Geschichte ermöglicht.

Wer geradeaus geht, gelangt in das Dorf mit Restaurants und Cafés. Wer Lust auf mehr Natur verspürt, der sollte sich im Naturzentrum nach den Erlebnis-sonntagen erkundigen. Thematisch orientierte Führungen ermöglichen ganz unterschiedliche Zugänge zur wunderbaren Natur der Eifel und ihrer Geschichte.

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