Der „legale Betrüger“ verzaubert das Aachener Publikum

Von: André Schaefer
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Hat Spaß daran, seine Assistenten regelmäßig auf der Bühne verschwinden zu lassen: Magier Hans Klok. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. 90 Sekunden können sehr kurz sein. Vor allem, wenn man in einer Zwangsjacke gefesselt kopfüber mit den Füßen an einer Kralle hängt, die exakt nach diesen 90 Sekunden zuschnappt – und einem ausgewachsenen Menschen mit Sicherheit beide Beine brechen würde.

Doch Hans Klok wäre eben nicht Hans Klok, wenn er nicht auch diese Herausforderung mit Bravour bewältigen könnte. Schnelligkeit ist ohnehin das Markenzeichen des niederländischen Magiers, der sein Publikum zum Auftakt seiner Tour „The New Houdini“ nun im Aachener Eurogress sprichwörtlich verzauberte.

Der 46-Jährige gilt als schnellster Magier der Welt. Wer das nicht glaubt, muss nur einen Blick ins Guiness-Buch der Rekorde werfen, Klok ist dort als solcher aufgeführt. Und doch ist es nicht immer die Schnelligkeit, mit der Klok in den kommenden Wochen auf seiner Deutschland-Tour zu überzeugen versucht.

Die Show des Niederländers, die eine Hommage an den amerikanischen Entfesslungskünstler und Kloks Idol Harry Houdini ist, eröffnet dem Zuschauer stets die Möglichkeit, durchzuatmen, die Magie einzusaugen und sogar mit Klok ins Gespräch zu kommen. „Haben Sie noch Fragen?“, fragt der Mann mit der blonden Haarpracht grinsend im Anschluss an einen seiner spektakulären Tricks, bei dem er gleich mehrere seiner Assistenten in Luft auflöst.

„Ja“, mag ihm selbst der aufmerksame Zuschauer entgegenrufen. Schließlich ist der Niederländer, der sich selbst als „legalen Betrüger“ bezeichnet, in erster Linie ein Entertainer mit großen Geheimnissen. „Ich nehme Sie heute mit in eine Welt der Illusionen“, verspricht er zu Beginn seiner rund zweistündigen Show im ausverkauften Eurogress.

Ausgeprägter Sinn für Humor

Am Ende steht fest: Klok hält sein Versprechen. Denn das Publikum fühlt sich zu jeder Zeit als Teil des großen Ganzen. Der Niederländer holt immer wieder einzelne Zuschauer auf die Bühne, lässt sie schweben, bringt sie zum Lachen oder erklärt ihnen, mit welchem Trick seine Laufbahn als großer Magier eigentlich begonnen hatte. Seine Fingerfertigkeit sorgt dabei ebenso für beste Unterhaltung wie sein ausgeprägter Sinn für Humor.

Eines der großen Highlights seiner Show: natürlich die legendäre Unterwasser-Entfesslung, die sich Klok bei Harry Houdini abgeschaut hatte: Zwei Minuten lang ist der Niederländer in einem mit Wasser gefüllten Glaskasten eingeschlossen, zudem in Ketten gefesselt.

„Das wird jetzt gleich ziemlich gefährlich“, kündigt er mit seinem deutsch-niederländischem Akzent an. Er habe lange dafür trainieren müssen, sagt er. Dann holt er tief Luft, taucht ab und lässt sein Publikum staunen. „Sie sehen in meiner Show vieles nicht, was Sie sehen sollten“, sagt er und lacht.

Viel wichtiger ist das, was man in seiner Show wirklich sieht: einen begnadeten Magier, der zu den ganz Großen seiner Zunft gehört.

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