Düsseldorf - Der Landtag hält am Turbo-Abitur fest

Der Landtag hält am Turbo-Abitur fest

Von: mgu/wg
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Schüler
die Volksinitiative „G9 jetzt“ mit ihrer Forderung nach einer Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren. Symbolbild: dpa Foto: Marijan Murat/dpa

Düsseldorf. Der NRW-Landtag hält am Turbo-Abitur nach acht Jahren an Gymnasien fest. Zwar räumten Abgeordnete im Schulausschuss offen Mängel ein – trotzdem scheiterte die Volksinitiative „G9 jetzt“ mit ihrer Forderung nach einer Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren.

Die Volksinitiative hatte mehr als 100.000 Unterschriften gegen „G8“ gesammelt und damit durchgesetzt, dass sich der Landtag erneut mit dem Gesetz befassen muss. Kommende Woche wird das Plenum des Landtags den Vorstoß abschließend ablehnen.

„Demokratie lebt von der Auseinandersetzung“, sagte Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) gegenüber unserer Zeitung. Sie betonte aber, dass es in NRW an mehr als 600 Schulen, etwa Gesamtschulen und beruflichen Gymnasien, möglich sei, das Abitur nach neun Jahren zu machen. „So eine Vielfalt an Bildungsgängen gibt es in keinem anderen Bundesland.“

Gymnasien in NRW wollen G8

Im Ausschuss hatte der Sprecher der G9-Initiative, Marcus Hohenstein, die Schwächen der Schulzeitverkürzung aus seiner Sicht aufgelistet: Durch den Nachmittagsunterricht fehlten den Kindern Freiräume für Sport und Hobbys. Zudem drohe ein Niveauverlust, weil weniger Unterrichtsstunden in den Hauptfächern Mathematik, Deutsch, Englisch und Naturwissenschaften angeboten würden.

Da die Gesamtstundenzahl von 265 Jahreswochenstunden bis zum Abitur unterrichtet werden müsse, würden in „Turbo-Schulen“ 33 Stunden Wochenstunden statt 29 Stunden in G9-Schulen unterrichtet. Hohenstein bezifferte die Ersparnis des Landes durch die um ein Jahr verkürzte Schulzeit bis zum Abitur für sechs Jahre auf 930 Millionen Euro. Löhrmann betont: „Es war 2011 der Wunsch aller Gymnasien, G8 beizubehalten. Die, die G9 wollten, sind jetzt im Modellversuch mit 12 Gymnasien “

SPD-Schulexpertin Eva-Maria Voigt-Küppers forderte eine dringende Weiterentwicklung von G8. CDU-Schulexperte Klaus Kaiser verlangte eine schnelle Entlastung der G8-Schüler bei Klassenarbeiten und Hausaufgaben. Letzteres wurde im Herbst am Runden Tisch längst beschlossen.

„Wir setzen alles daran, dass das so wie gewollt auch systematisch umgesetzt wird“, sagte Löhrmann. Das Schulministerium räumte aber ein, dass noch nicht alle Vorschläge umgesetzt werden konnten. Zwar reduzierten die meisten Schulen Ergänzungs- und Nachmittagsstunden. Andere Änderungen würden jedoch teilweise aufgeschoben.

G9-Sprecher Hohenstein drohte notfalls mit einem Volksbegehren, falls die Abgeordneten von SPD, CDU, Grüne und FDP am Turbo-Abitur festhalten wollten. Für ein Volksbegehren zur Änderung des Gesetzes sind 1,1 Millionen Unterschriften nötig.

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