Der höchste Feiertag der Jecken: Rosenmontagszüge am Rhein

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Ein Mottowagen, der Bundeskanzlerin Merkel und den französischen Präsidenten Sarkozy darstellt, fährt am beim Rosenmontagszug in Düsseldorf durch die Stadt. Mit den traditionellen Rosenmontagszügen in den rheinischen Hochburgen steuert der Karneval auf seinen Höhepunkt zu. Foto: dpa

Köln/Düsseldorf. Wulff, Merkel, Sarkozy: Zahlreiche Politiker bekommen bei den Rosenmontagszügen in Köln und Düsseldorf ihr Fett weg. Närrischen Stoff hatten die Jecken jedenfalls genug.

Vor allem die Motivwagen zum Rücktritt des Bundespräsidenten waren mit Spannung erwartet worden - und tatsächlich hatten die Wagenbauer noch das ganze Wochenende daran gearbeitet, um möglichst aktuell zu sein.

In Köln wurde der ursprüngliche Wagen zu dem Thema noch rasch umgebaut. Jetzt zieht der „deutsche Michel” Wulff aus einem viel zu großen Anzug. Den wohl neuen Bundespräsidenten Joachim Gauck konnten die Kölner allerdings nicht mehr so schnell unterbringen, wie eine Sprecherin des Festkomitees sagte. Den Düsseldorfern dagegen ist dieser Schwenk noch so gerade gelungen: Ihr Wagen zum Thema zeigt Wulff als auf den Kopf gefallenen Bundesadler, der seine Federn verloren hat und den Schriftzug „Und Tschüss...”. Dahinter liegt ein Ei mit der Aufschrift „Gauck”, aus dem dieser bald schlüpfen wird.

Auch die Euro-Krise beschäftigt die Düsseldorfer Jecken: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als Ballerina trägt einen Rettungsschirm als Rock, mit dem sie Europa bedeckt. Vier Clowns lesen Zeitung und lachen sich kaputt über Überschriften wie „Atomkraft ist sicher”. Auf einem anderen Wagen hält Merkel einen kleinen Nicolas Sarkozy auf ihrem Bauch fest. Der Düsseldorfer Zug hat das Motto „Hütt dommer dröwer lache”.

In Köln führt Merkel FDP-Chef Philipp Rösler als Hündchen an der Leine - das Motiv wurde lange vor der Gauck-Kür ersonnen. Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad spaltet die UNO mit seiner Atombombe und US-Präsident Barack Obama muss um seine Wiederwahl bangen. Das Maskottchen des 1. FC Köln, Geißbock Hennes, betet einen ikonenhaften Lukas Podolski an, damit der Fußballstar in Köln bleibt. Das soziale Netzwerk Facebook wird als Spinne dargestellt, das seine „Opfer” einwickelt.

„Wir haben unseren höchsten Feiertag in Köln, unseren Rosenmontag”, rief der Kölner Zugleiter Christoph Kuckelkorn zum Start. Der Zoch durch die Domstadt unter dem Motto „Jedem Jeck sing Pappnas” ist etwa sieben Kilometer lang, mehr als 12.000 Menschen gehen oder fahren mit. Sie schmeißen nach Angaben des Festkomitees 300 Tonnen Süßigkeiten unters Volk.

Viele der Zuschauer - allesamt bunt kostümiert - hatten sich Taschen mitgebracht, um genug Schokoladen, Pralinen und Strüßjer sammeln zu können. Raffinierte Anwohner hängten Regenschirme aus den Fenstern, damit sie auch was von den begehrten Kamellen abbekamen.
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