Köln - Der Einsatz in Köln sprengt für Stephan Neuhoff alle Dimensionen

Der Einsatz in Köln sprengt für Stephan Neuhoff alle Dimensionen

Von: Yuriko Wahl und Petra Albers, dpa
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Der Einsatz an der Unglücksstelle in Köln stellt sogar Feuerwehrchef Stephan Neuhoff vor ungeahnte Herausforderungen. Foto: ddp

Köln. Katastrophen und Krisenmanagement sind sein Alltag - doch der Einsatz in der Trümmerlandschaft des Historischen Archivs sprengt auch für Stephan Neuhoff alle Dimensionen. Der Direktor der Kölner Feuerwehr dirigiert ein Heer von Einsatzkräften.

Dabei wirkt der Mittfünfziger ruhig, besonnen, aber auch sichtlich betroffen, wenn es um das Schicksal der Vermissten geht. Zu wissen, dass unter den Trümmern vielleicht zwei junge Menschen liegen - „das belastet einen schon”, sagt er.

Fast rund um die Uhr hält sich Neuhoff vor Ort als Ansprechpartner für Kollegen und Medien bereit. Ständig klingelt sein Handy, er wird bestürmt mit Anfragen. Mit lauter, ruhiger Stimme beantwortet er Fragen vor laufenden Kameras.

Schon in der Vergangenheit hatte er mehrere spektakuläre Einsätze geleitet, etwa beim Brand im Kölner Chemiewerk Ineos vor einem Jahr. Auch bei der Havarie des Container-Schiffs „Excelsior” auf dem Rhein im März 2007 war Neuhoff an vorderster Front mit dabei. Damals gab es viel Lob für die Arbeit des obersten Kölner Feuerwehrmanns.

Leiten und dirigieren ist dem Vater von elf Kindern auch privat nicht fremd. Die XXL-Familie Neuhoff - Vater Stephan, Mutter Ingeborg, sieben Söhne und vier Töchter - ist eine echte Seltenheit in Deutschland. Immer wieder platzte ihr Haus in Köln aus den Nähten, wurde ausgebaut und erweitert - bis die ersten Kinder auszogen. Für einen gemeinsamen Ausflug der Eltern mit allen Kids - zahlenmäßig ein ganze Fußballmannschaft - musste gleich ein Bus her, ein umgebauter Transit mit 13 Plätzen.

„Geplant war das nicht. Wir waren erst zu zweit, dann zu fünft und irgendwann waren wir dann halt 13”, erzählte Neuhoff einmal der dpa. Für ein gutes Zusammenspiel habe jeder seine Aufgabe. Küchendienst, Wäsche, Bügeln oder die täglichen Besorgungen - alle Einsätze laufen auch bei den Neuhoffs nach Plan ab.

Vater Stephan war dabei lange für den Kauf der wöchentlich zwölf Kilo Äpfel und den halben Zentner Kartoffeln zuständig. Wenn auch die Familienkasse der „Wilden Dreizehn” nicht immer prall gefüllt ist, ließen die Eltern doch alle Kinder ein Instrument spielen und in den Sportverein gehen.

Einige Neuhoff-Kinder stört es manchmal, „dass die Leute immer so glotzen”, wenn sie alle zusammen über die Straße gehen. Vater Stephan kommt allerdings derzeit um eine erhöhte Aufmerksamkeit nicht herum: Sein Gesicht ist in diesen Tagen auf allen TV-Kanälen präsent.
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