RWTH und FH Aachen: Studentenzahl wächst bis 2050

Der Ansturm an den Hochschulen hält bis 2050 an

Von: dpa/mgu
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Auch die RWTH boomt: Rektor Professor Ernst Schmachtenberg bei der Begrüßung von Erstsemestern im Audimax. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Das Land Nordrhein-Westfalen erwartet einer Studie zufolge auch in den kommenden Jahrzehnten einen Ansturm auf die Hochschulen. Die RWTH Aachen und die Fachhochschule Aachen bilden da keine Ausnahme. Die Zahl der Studienanfänger wird demnach langfristig gesehen zwar sinken, aber dennoch auf einem hohen Niveau bleiben, wie aus einer Erhebung des CHE Centrums für Hochschulentwicklung hervorgeht.

Dieser Trend gilt laut CHE bundesweit.

Bis 2050 soll demnach die Zahl der Studienanfänger in Deutschland bei mehr als 425.000 pro Jahr auf konstant hohem Niveau sein. 2005 waren es noch 350.000. Die Studie basiert auf Modellrechnungen, die auf Annahmen über die demografische Entwicklung und die Zahl ausländischer Studenten beruhen.

Für NRW sehen die Autoren voraus, dass die Zahl der Erstsemester von rund 125.000 in den kommenden zehn Jahren auf etwa 105.000 sinken wird. Bis 2050 falle die Zahl dann auf unter 100.000. Die prognostizierten langfristigen Anfängerzahlen bewegen sich allesamt oberhalb der Referenzwerte des 2005 geschlossenen Hochschulpakts. Der Wert liegt in NRW bei 80.000.

Die RWTH Aachen geht davon aus, dass die Studentenzahlen in den nächsten Jahren auf einem hohen Niveau bleiben. „Dabei prognostizieren wird, dass aufgrund des demografischen Wandels weniger deutsche Studierende an die Hochschule kommen werden, dass die Differenz aber durch Studierende aus dem Ausland kompensiert wird“, sagte Aloys Krieg, Prorektor für Lehre, auf Anfrage unserer Zeitung. Diesen Trend habe die RWTH bereits in diesem Jahr verzeichnen können. Krieg: „Wir haben allerdings mit 45.000 Studierenden eine Sättigungsgrenze erreicht, die allein schon aufgrund der verfügbaren Räumlichkeiten nicht weiter steigen darf.“

An der FH Aachen sieht es ähnlich aus. „Wir haben mit 14.000 so viele Studierende wie nie zuvor“, sagte Sprecher Roger Uhle auf Anfrage. Auch an der FH gehe man davon aus, dass dieser hohe Stand bleibt. Die Anforderungen an alle Fachbereiche hätten sich durch die hohe Zahl der Studenten aber stark verändert, so Uhle.

Hohe Studentenzahlen sind auch eine Herausforderung was die Finanzierung betrifft. CHE-Geschäftsführer Jörg Dräger sieht in der Finanzierung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. „Hochschulbildung wird zum Normalfall und zur langfristigen gesellschaftlichen Realität.“ Mit einem zeitlich begrenzten Hochschulpakt sei er nicht zu bewältigen.

Im Hochschulpakt hatten sich die Länder verpflichtet, zwischen 2007 und 2020 zusätzliche Studienanfänger gegenüber den an Erstsemesterzahlen von 2005 angelehnten Referenzlinien zuzulassen. Der Bund verpflichtete sich dabei, den Hochschulen für jeden zusätzlichen Studienanfänger finanzielle Prämien zukommen zu lassen, die durch die Länder ergänzt werden. Bund und Länder hatten zwischen 2011 und 2015 gut 13 Milliarden Euro für neue Studienplätze bereitgestellt.

„Für ein Studienhoch, das sich über mehr als 40 Jahre erstreckt, kann man nicht alle paar Jahre die Finanzierung neu verhandeln“, sagte Dräger. Nötig sei eine dauerhafte, verlässliche Finanzierung. Auch der RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg wünscht sich eine bessere Unterstützung. „Wir fordern nur eine bedarfsgerechte Grundfinanzierung, wie wir sie vor zehn Jahren hatten. Bisher wurden uns zur Kompensation unserer Überlast nur teilweise und nur vorübergehend ergänzende Mittel bereitgestellt“, sagte er unserer Zeitung.

Jetzt werde klar, dass es in unser aller Interesse liegt, wenn dauerhaft in so hoher Zahl junge Menschen an der RWTH studieren. Das müsse nun auch in den Planungen und Zuweisungen in die Grundausstattung seinen Niederschlag finden, sagte Ernst Schmachtenberg. An der Fachhochschule Aachen möchte man das Geld aus dem Hochschulpakt zwar nicht missen. Allerdings stelle die kurzfristige Finanzierung ein Problem dar, weil die Planbarkeit begrenzt sei, sagte FH-Sprecher Uhle.

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