Dahlem/Hürtgenwald - Denkmäler sollen besser vermarktet werden

Denkmäler sollen besser vermarktet werden

Von: Kirsten Röder
Letzte Aktualisierung:
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Eines der 30 Bodendenkmäler der „ArchaeoRegion Nordeifel“: Der Sanitätsbunker in Hürtgenwald-Simonskall soll wie die anderen Denkmäler touristisch besser vermarktet werden. Foto: Manfred Hilgers
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„Außerordentlich wertvolle Bodendenkmäler“: Jürgen Kunow, Chef des Amtes für Bodendenkmalpflege beim Landschaftsverband Rheinland.

Dahlem/Hürtgenwald. Tief verborgen liegt mitten im Dahlemer Wald das Teilstück einer der ältesten und wichtigsten überregionalen Straßen der Römer – die Via Agrippa. Nur wenige Kilometer entfernt versteckt sich eine kleine, mit Bäumen bewachsene Insel in einem kreisrunden Wassergraben. Sie beherbergte früher eine mittelalterliche Burg, die Motte, die man zum Schutz des „Zehnbachhaus“ bei Schmidt­heim errichtet hatte.

Doch nicht immer ist die kulturgeschichtliche Bedeutung des Ortes auf den ersten Blick zu erkennen. So führt nur die Kellertreppe eines Wohnhauses zum geschichtsträchtigen Sanitätsbunker in Simonskall. Und erst ein suchender Blick auf die Mauern der Frohngauer Kirche offenbart die 390 Millionen Jahre alten Fossilien der Kalksteinblöcke.

Die nördliche Eifel ist außerordentlich reich an archäologischen Denkmälern – nur sind die Sehenswürdigkeiten nicht immer bekannt. Das soll sich ändern, denn mit dem Pilotprojekt „ArchaeoRegion Nordeifel“ will der Landschaftsverband Rheinland (LVR) das archäologische Erbe der Öffentlichkeit näher bringen. „Es ist uns gelungen, einige außerordentlich wertvolle Bodendenkmäler aus ihrem Dornröschenschlaf zu wecken“, freut sich Jürgen Kunow, Leiter des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege. Die Nordeifel verfüge über archäologische Objekte, die weit über die Region hinaus von Interesse sind.

30 Bodendenkmäler haben die Verantwortlichen für das Projekt ausgesucht. Dabei sind Bodendenkmäler unterschiedlicher Zeitspannen zu entdecken: „Der Bogen wird weit gespannt“, erläutert Kunow. 400 Millionen Jahre alte Fossilien und Fundplätze der Steinzeit sind ebenso dabei wie Überreste des Westwalls aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs.

Die Maßnahmen zur Umsetzung des Projektes waren vielfältig. 22 Bodendenkmäler der neuen „ArchaeoRegion“ erhielten neue Hinweistafeln, weitere zusammen mit dem Projekt „Römerkanalwanderweg“. Ausgeschildert wurden auch Wanderwege an der Burgwüstung „Altenberg“ in Reifferscheid, zu den Bunkern „Im Buhlert“ und zu den Panzersperren in Simmerath. Einige Denkmäler mussten saniert werden, so die eindrucksvolle Rekonstruktion der ehemals zehn Meter hohen und 80 Meter langen römischen Aquäduktbrücke in Vussem.

Zwölf Kommunen kooperieren

Den Vorteil des Projekts sieht Kunow in der Bündelung der Sehenswürdigkeiten. „Wir wollen in einer Region denken“, so Kunow: „Der Landschaftsverband hat bei den Kommunen eine große Bereitschaft zur Zusammenarbeit vorgefunden.“ Zwölf Städte und Gemeinden aus der Nordeifel beteiligen sich an dem Pilotprojekt: Bad Münstereifel, Blankenheim, Dahlem, Hellenthal, Hürtgenwald, Kall, Mechernich, Nettersheim, Monschau, Roetgen, Schleiden und Simmerath. Gemeinsam wollen sie die bekannten und unbekannten Denkmäler in Zukunft verstärkt touristisch vermarkten. Dafür wurden die archäologischen Sehenswürdigkeiten in der Broschüre „ArchaeoRegion Nordeifel – 30 archäologische Entdeckertipps“ zusammengefasst. Sie soll ab sofort in Rathäusern, Tourismusbüros, Museen und Hotels der Region ausliegen.

Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf rund 100.000 Euro. Die Hälfte des Gesamtbetrages wurde von der Europäischen Union zur Entwicklung des ländlichen Raums übernommen. Die andere Hälfte tragen die Kommunen.

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