Datenpanne bei Aachener Maschinenbauern

Von: Christina Merkelbach
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Entschuldigt sich für die Datenpanne an der Fakultät für Maschinenwesen: Dekan Jörg Feldhusen. Foto: RWTH Aachen

Aachen. An der Fakultät für Maschinenwesen der RWTH Aachen ist es am Mittwoch zu einer Datenpanne gekommen. Das geht aus zwei E-Mails hervor, die unserer Zeitung vorliegen.

In der ersten informiert das Mentoringteam der Fakultät, das die Studenten unterstützt und berät, über einen kostenlosen Mathematik-Hilfekurs im Sommersemester. Im Anhang befindet sich gleich zweimal eine Datei mit dem Namen „Bachelor-Gesamtliste“. Dabei handelt es sich um eine Tabelle mit rund 8000 Vor- und Nachnamen von Studenten und Studentinnen inklusive Matrikelnummer und jeweiliger E-Mail-Adresse an der RWTH.

In der zweiten, kurz darauf folgenden E-Mail, bittet das Mentoringteam um Entschuldigung dafür, die Liste unabsichtlich verschickt zu haben und fordert dazu auf, die betreffende E-Mail zu löschen. „Offenbar wurde beim Versand über den Supermailer versehentlich als Anhang eine Adressliste mitgeschickt“, heißt es in der Entschuldigungsmail. Supermailer ist eine Software, um personalisierte Serien-E-Mails zu erstellen. Dank der schnellen Rückmeldung einiger Studenten habe man die Panne bemerkt und den weiteren Versand unverzüglich gestoppt, heißt es weiter in der zweiten Mail.

„Es handelt es sich um ein bedauerliches Versehen“, teilte RWTH-Pressesprecherin Renate Kinny am Donnerstag auf Anfrage unserer Zeitung mit. Die Hochschule arbeite mit Hochdruck daran aufzuklären, wie genau es dazu gekommen sei. Informationen, an wie viele Adressaten die Mail mit der Liste gegangen ist, gebe es noch nicht. Kurz zuvor hatte auch Dekan Jörg Feldhusen auf der Facebook-Seite seiner Fakultät bei allen betroffenen Studenten um Entschuldigung für den Fehler gebeten.

Nach Angaben des Studenten, der sich mit den beiden E-Mails an unsere Zeitung gewandt hat, lässt sich aus der Namensliste erkennen, zu welchem Notenspektrum ein Student gehört. Zu diesem Schluss kommen er und einige Kommilitonen, weil es innerhalb der Tabelle verschiedene Gruppen gibt, die wiederum jeweils alphabetisch geordnet sind. So befänden sich die besseren Studenten in den Gruppen, die zu Beginn stehen. Diejenigen mit schlechteren Noten bildeten das Schlusslicht. Unser Leser gehört nach eigenen Angaben zum oberen Mittelfeld – entsprechend findet er seinen Namen in der ersten Hälfte. Sprecherin Renate Kinny wollte diese Theorie am Donnerstag weder verneinen noch bestätigen, sondern bat um Geduld. „Es wird alles überprüft“, sagte sie.

Mit dem Vorfall wird sich nun auch Helmut Löbner, Datenschutzbeauftragter der RWTH Aachen, beschäftigen. Selbstverständlich habe ihn die Hochschule über den Vorfall informiert, sagte er am Donnerstag auf Anfrage. Für weitere Auskünfte verwies er an die Pressestelle.

Eine ähnliche Datenpanne hatte es im Juni 2015 an der Technischen Universität (TU) Berlin gegeben. Dabei ging es um die Rückmeldung zum Semester. Statt an einzelne Studenten waren persönliche Anschreiben als Massenmail verschickt worden – unter anderem postalische Adressen, aber auch Informationen über nicht bestandene Prüfungen und drohende Zwangsexmatrikulationen. Die Hochschule hatte gegenüber der Tageszeitung „taz“ einen Programmierfehler als Grund angegeben. Weitreichende Folgen hatte die im Vergleich zur RWTH dramatischere Panne für die TU nicht: Der Datenschutzbeauftragte überprüfte und beanstandete den Vorfall, ein Bußgeld wurde nicht fällig.

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