Das Wetter macht den Bauern Sorgen

Von: Thomas Vogel
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Aachen. Das bescheidene Sommerwetter droht, den Landwirten eine gute Getreideernte zu verhageln. Ende Juni rollten die Mähdrescher bereits über die Felder, mussten die Arbeit wegen des anhaltenden Niederschlags aber unterbrechen.

Trotzdem ist ein gutes Jahr für die Bauern noch möglich. „Die Situation ist nicht dramatisch, aber besorgniserregend”, sagte Bernhard Rüb, Pressesprecher der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Die Wintergerste sei reif und müsse nun vom Acker. Damit das Einbringen des Getreides fortgesetzt werden könne, brauche es drei Tage trockenes, sonniges Wetter am Stück. Der Weizen, der nach der Wintergerste geerntet wird, halte sich noch.

Dennoch: die nicht erntereifen Weizen- und Rapsbestände brauchen ebenfalls bessere Witterungsverhältnisse, um gleichmäßig zu reifen. Was gewachsen ist, sei ordentlich, stellte Rüb fest. Und: „Noch kann die Ernte gelingen, aber nur, wenn sich die Sonne bis zum Wochenende für ein paar Tage blicken lässt.” Doch damit sieht es schlecht aus: Der Wetterbericht für die Landwirtschaft stellt keine stabile Hochdrucklage in Aussicht, trockene Witterung lässt auf sich warten.

Eine weitere Wetterkapriole bereitet den Landwirten Sorgen: in den vergangenen Tagen blies der Wind örtlich kräftig. Mit ihm kommt die Gefahr, dass Ähren abbrechen und der Ertrag gemindert wird. Das kann der Gerste auch blühen, sobald sie reif ist. „Die Ähren knicken einfach ab, dann sind auch schnell mehr als 30 Prozent des erwarteten Ertrages weg”, sagte Yvonne Hogen, stellvertretende Vorsitzende der Kreisbauernschaft Aachen. Ändert sich das Wetter in den kommenden drei Wochen nicht, wird die Situation für die Bauern ernst, dann drohen Ernteerträge massiv wegzubrechen.

Die Existenz landwirtschaftlicher Betriebe ist jedoch nicht gefährdet. Die Bauern waren mit dem vergangenen Jahr zufrieden, obwohl der fruchtübergreifende Ertrag mit sieben Tonnen pro Hektar knapp unter dem Durchschnitt, aber leicht über Vorjahresniveau lag. In Westfalen standen zum Montag noch 95 Prozent der Wintergerste auf den Feldern, in der Köln-Aachener Bucht 72 Prozent. Die Preise für die Region liegen derzeit zwischen 204 und 217 Euro pro Tonne Futtergerste. Ein sehr hoher Preis, zustande gekommen in Reaktion auf die schlechten Ertragserwartungen in den USA, China, Russland und anderen Großproduzentenländern.
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