„Das Revier brodelt!”: 700 RWE-Beschäftigte legen Arbeit nieder

Von: Ottmar Hansen
Letzte Aktualisierung:
warnstreik25_bu
Rund 700 Beschäftigte trafen sich am Montagmorgen in Hambach vor dem Werkstor zum Foto: Simone Dolfus

Niederzier. Am Dienstag gehen die Tarif-Verhandlungen für die Beschäftigten des Rheinischen Braunkohlenreviers in die letzte Runde. Sollte es bis zum Nachmittag keine Einigung zwischen der Führung von RWE Power und den Beschäftigten geben, drohen Urabstimmung und Streik.

Montagmorgen hatten bereits mehr als 700 Mitarbeiter des Tagebaues Hambach ihre Arbeit im Rahmen eines Warnstreiks für vier Stunden niedergelegt.

Die Gewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie fordert für die rund 16.000 Beschäftigten im Braunkohlenbergbau eine Lohnerhöhung von 6,5 Prozent. Das letzte Angebot von Arbeitgeberseite belief sich auf drei Prozent. allerdings für 14 Monate, zuzüglich einer Einmalzahlung von 1000 Euro. Zahlen, die die Beschäftigten angesichts der Gewinne, die von den Energieriesen eingefahren werden, nicht akzeptieren wollen. IGBCE-Sprecher Manfred Maresch: „Das Revier brodelt!”

Aufschwung für alle

Nachdem sich rund 700 Mitarbeiter am Montagmorgen um 5 Uhr vor dem Werkstor in Hambach versammelt hatten, forderte Joachim Helten seitens der Gewerkschaft: „Der Aufschwung muss bei allen ankommen.” In jeder Tarifrunde habe RWE Power behauptet, dass man sich eine Erhöhung der Löhne nicht leisten könne. Helten: „Und trotzdem hat man immer höhere Gewinne eingefahren. Wir lassen uns nicht verschaukeln.”

Helten schlug durchaus harte Töne an. Was habe die Belegschaft nicht schon alles mitgemacht: Fusionen, Tarifabschmelzungen, Outsourcing, Umstrukturierungen, Vorruhestandsregelungen, Ersatz durch schlechter bezahlte Kräfte, die außer Tarif arbeiteten. Helten: : „Man tritt uns mit Füßen. Einen Hund, den man tritt, der beißt. Und wir haben die Schnauze voll, wir beißen jetzt!” Komme es am Dienstag nicht ein verhandlungsfähiges Angebot von Arbeitgeberseite auf den Tisch, sei „Schluss mit lustig”. Der nächste Streik sei dann unbefristet.

Helten drohte: „Dann wird sich hier kein Rad mehr drehen. Bei einem Gewinn von sieben Milliarden Euro steht uns eine gerechte Beteiligung zu.” Wenn Gewerkschaft und Beschäftigte bei den Tarifverhandlungen keine Stärke zeigten, dann würden sie auch bei den Verhandlungen um Kündigungsschutz oder den Manteltarifvertrag über den Tisch gezogen, so IGBCE-Sprecher Helten: „Es ist eine Existenzfrage.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert