Das Pferd lahmt? Der Hufschmied hat keine Schuld

Von: ela
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Inwieweit müssen Hufschmiede für ihre Arbeit, die Beschlagung von Pferdehufen, haften?

Köln/Aachen. Inwieweit müssen Hufschmiede für ihre Arbeit, die Beschlagung von Pferdehufen, haften? Diese Frage hat das Oberlandesgericht Köln jetzt in zweiter Instanz behandelt. Die Antwort lautet: Zwar unterliegen Hufschmiede ebenso wie Veterinär- und Humanmediziner einer gesetzlichen Haftungspflicht, allerdings muss ihnen bei angeblicher Fehlbehandlung eben auch ein grober Behandlungsfehler nachgewiesen werden.

Den konnten die Richter im vorliegenden Fall allerdings nicht feststellen. Nicht jedes zu starke Einkürzen sei grob fehlerhaft, heißt es in der Urteilsbegründung. (AZ: 19U129/15).

Dem am Donnerstag veröffentlichten Urteil liegt folgender Fall zugrunde: Ein Pferdebesitzer aus der Eifel hatte einen Hufschmied aus der Städteregion Aachen wegen eines angeblichen Behandlungsfehlers seines Springpferdes auf Schadenersatz in Höhe von 350.000 Euro verklagt. Das Landgericht Aachen hatte die Klage im Juli 2015 abgewiesen. Der Kläger hatte mit dem Pferd, das er 2006 für 14.500 Euro gekauft hatte, bei nationalen und internationalen Turnieren Preisgelder von mehr als 15.000 Euro gewonnen. Während der Turniere war das Tier jeweils im Rahmen des „Vet-Checks“, der tierärztlichen Untersuchung, ohne Befund auf Lahmheit untersucht worden.

2009 waren die Hufe des Pferdes dann von dem Hufschmied aus der Städteregion im Verfahren des „Heißbeschlags“ beschlagen worden. Dabei wird das Hufeisen vor der Bearbeitung stark erhitzt, geformt, plan geschmiedet und anschließend noch heiß auf den Huf aufgepasst. Der Hufschmied soll dabei einen Huf zu kurz abgeschnitten haben.

Richter: degenerative Veränderung

Seitdem soll das Pferd, dessen Wert nach Ansicht des Besitzers inzwischen auf 350.000 Euro gestiegen war, gelahmt haben. Trotzdem hatte der Mann das Pferd 2012 noch bei einem Dressurwettbewerb eingesetzt. Anfang 2013 wurde das Tier eingeschläfert.

Einen Zusammenhang zwischen der Hufbehandlung und der Lahmheit hielten die Kölner Richter jedoch für unwahrscheinlich. Ein einmaliges fehlerhaftes Beschlagen eines Hufes könne kaum eine chronische Lahmheit zur Folge haben, meinten sie. Demgegenüber bestehe allerdings die „ernsthafte Möglichkeit“, dass das Pferd alleine aufgrund degenerativer Veränderungen lahm geworden sei. Da der Sachverständige solche auf den Röntgenbildern des Pferdes festgestellt hatte, geht das Gericht davon aus, dass dies sehr wahrscheinlich die tatsächliche Ursache für die Lahmheit des Pferdes war.

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