Aachen - Das Parken ist schon teuer genug

Das Parken ist schon teuer genug

Von: Peter von Kageneck
Letzte Aktualisierung:
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Aachen. Nach Einschätzung des Automobilverbandes ADAC haben die Preise fürs Parken in nordrhein-westfälischen Großstädten eine Schmerzgrenze erreicht.

„Die Preise dürfen jetzt nicht weiter steigen”, sagte ADAC-Sprecherin Jacqueline Grünewald am Dienstag im Gespräch mit unserer Zeitung. Denn auch nach Ansicht der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen sind die Parkgebühren ein „ausschlaggebendes Kriterium” dafür, wie viele Menschen zum Einkaufen in die Städte fahren. IHK-Sprecherin Monika Frohn sagt: „Parkgebühren fließen in die Kaufentscheidung mit ein.”

Dabei sind die Parkgebühren von Stadt zu Stadt höchst unterschiedlich, und die Höhe richtet sich nach Zentrum, Randlage, Wochentag und Tageszeit. In Bezug auf Nordrhein-Westfalen lässt sich in dem Tarifdschungel generell nur feststellen, dass es im Osten günstiger ist als im Westen. In den Kreisen Heinsberg und Düren und in der Städteregion Aachen reichen die Parkgebühren von zwei Euro pro Stunde in Aachen bis zum kostenlosen Parken in Hückelhoven und anderen Städten wie Baesweiler, Geilenkirchen oder Linnich, wo lediglich eine Parkscheibe hinter die Windschutzscheibe gelegt werden muss.

Die Stadt im Norden des Kreises Heinsberg wirbt jedoch ganz bewusst mit dem Slogan „Parken in Hückelhoven 0,00 Euro”. Der Geschäftsführer des Stadtmarketings, Holger Loogen, verspricht sich vom Verzicht auf Parkgebühren „einen Standortvorteil”. Die Stadt verzichte damit zwar jährlich auf geschätzte 200.000 Euro, doch Loogen glaubt, dass dieser Betrag durch die Gewerbesteuer wieder eingenommen wird.

Ob das Hückelhovener Modell effektiv ist, lässt sich nicht belegen, da die Stadt noch nie Parkgebühren erhoben hat und ein Vergleich so nicht möglich ist. Allerdings, sagt Loogen, habe die Stadt die Einnahmen aus Gewerbesteuern seit 2003 um rund 300 Prozent steigern können - was er wenigstens zu einem kleinen Teil dem kostenlosen Parken zuschreibt.

Die Stadt Aachen hingegen kann auf ihre Parkeinnahmen kaum verzichten. Allein mit ihren 289 Parkautomaten verdiente sie 2011 etwa 3,2 Millionen Euro. Die Parkgebühren in Aachens Innenstadt liegen in etwa auf dem Niveau von Köln und Düsseldorf - wobei das Parken in Parkhäusern teurer, das Parken am Straßenrand deutlich preiswerter ist als in den beiden Städten am Rhein.

Dabei wird in Köln allerdings derzeit darüber diskutiert, die Gebühren von zwei auf drei Euro in der Stunde anzuheben. Die Stadt ist angesichts ihrer finanziellen Lage dringend auf Mehreinnahmen angewiesen. Einzelhandelsverbands-Geschäftsführer Manfred Piana glaubt, „die Schraube sollte nicht überdreht werden”. Aber wo liegt die Grenze? Klar ist, dass das Parken in Deutschland im internationalen Vergleich immer noch relativ günstig ist. In Zürich etwa kostet eine Stunde im Parkhaus 4,40 Franken - nach dem Wechselkurs von Dienstag rund 3,70 Euro.
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