Aachen - Das ganz große Verkehrschaos bleibt zu Pfingsten aus

Das ganz große Verkehrschaos bleibt zu Pfingsten aus

Von: Valerie Barsig
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Neuerdings ein riskanter Job:
Neuerdings ein riskanter Job: Die Mitarbeiter des Café Extrablatt müssen beim Bedienen den Autoverkehr im Blick haben, der neuerdings wieder über den Markt rollt. „Die Autos fahren zu schnell, die Kunden sind erschreckt und die Kellner regelrecht gefährdet”, kritisiert Inhaberin Charlotte Dahmen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Absperrungen, Umleitungsschilder, Einbahnstraßen, Querungen durch die Fußgängerzonen - die Aachener Innenstadt gleicht momentan einem Baustellendschungel. Das Pfingstwochenende galt als erster Härtetest für die vorübergehend neue Straßenführung, das ganz große Chaos blieb allerdings aus.

„Heute morgen bin ich völlig stressfrei hierher gekommen”, meint Adolf Bosch aus Würselen, der im Parkhaus Büchel sein Auto abgestellt hat. Eigentlich fährt er sonst sogar mit dem Bus in die Stadt, heute hat er es trotzdem gewagt mit dem Auto zu fahren: „Ich habe Verständnis für die Baustellen, es muss ja gemacht werden”, sagt er.

Anderer Meinung ist ein wütender Pkw-Fahrer, der wegen des Pfingstwochenendes eine Stunde im Verkehr nach Aachen stecken geblieben war, dazu kam der Baustellen-Frust: „Saublöd ist das, was die hier mit den Umleitungen machen”, schimpft er. Wer ins Büchel-Parkhaus will, kann nicht mehr über die - inzwischen aufgebuddelte - Ursulinerstraße fahren, sondern muss die Fußgängerzone Dahmen- und Holzgraben kreuzen. Das führt zu Missverständnissen zwischen Passanten und Autofahrern.

Matthias Kunze, Inhaber des Modegeschäfts an der Ecke, hat das schon oft beobachtet: „Man muss auf die Kunden, die hier aus dem Geschäft treten, schon ein bisschen aufpassen”, sagt er. Die Autofahrer seien zum Teil viel zu schnell und würden die Fußgänger sogar weghupen. Das Schild, das die Straße zwischen Peterstraße und Holzgraben als Spielstraße kennzeichnet, bezeichnet er als Schildbürgerstreich: „Es ist einfach viel zu klein.”

Er habe natürlich Verständnis für die Kanalarbeiten der Stadt, wünscht sich aber ein besser durchdachtes Konzept: „Nachdem die Bauarbeiten geplant sind und der Verkehr umgeleitet, beschäftigt sich niemand mehr mit den Konsequenzen, das Augenmaß fehlt.” Er befürchtet, dass Aachen so für die Kunden unattraktiver wird: Maastricht sei die schönere Alternative zum Einkaufen, wenn in Aachen die Stadt zur Sandkiste wird.

In der Fußgängerzone Pont-straße, durch die der Verkehr ins Rathaus-Parkhaus geleitet wird, versuchen Stadt und Geschäftsleute eine Kooperation. „Die Geschäftsleute der Pontstraße treffen sich in drei Wochen mit der Stadt. So lange beobachten wir die Situation und versuchen dann gemeinsam, Verbesserungen auszuarbeiten”, erzählt Alpha Diallo, Inhaber des Cafés im Zeitungsmuseum. Er hätte am Pfingstwochenende wesentlich mehr Verkehr erwartet.

Am Ausgang des Rathaus-Parkhauses ist die Situation eine völlig andere: In der Großkölnstraße ist das ruhige Fußgängerleben vorüber, denn die Autos können nicht mehr durch die gesperrte Mostardstraße fahren und müssen am Rathaus vorbei Richtung Jakob-straße die Innenstadt verlassen. Eine Katastrophe für die Kellner des Café Extrablatt, die ständig mit Tabletts die Straße queren müssen.

„Das Schritttempo-Schild, dass die Stadt aufgestellt hat, ist kaum zu sehen”, erzählt auch hier Inhaberin Charlotte Dahmen. „Die Autos fahren zu schnell, die Kunden sind erschreckt und die Kellner regelrecht gefährdet”, berichtet sie. Sie wünscht sich eine entsprechende Beschilderung seitens der Stadt, denn so könne es nicht weitergehen. Gerade Touristen seien durch die neue Straßenführung verwirrt. „Und auch die Lieferanten halten sich oft nicht an die neue Straßenführung und fahren gegen die Einbahnstraße”, erzählt sie.

Sabine Schofer versucht den Wirrungen mit dem Fahrrad zu entkommen. Mit dem Auto brauche man derzeit viel länger. „Viele erzählen, dass sie durch die Verkehrssituation öfter zu spät kommen”, weiß sie. Die vielen Baustellen seien einfach unbequem. Und nicht nur das: „Gerade Autos in der Fußgängerzone sind auch gefährlich. Ich verstehe nicht, warum den Autofahrern da so viele Rechte eingeräumt werden.”
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