„Das Ende der Braunkohle ist nicht das Ende der Region“

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Der Tagebau schreitet voran: Aber inzwischen steht auch die Frage der Perspektiven für die Zeit nach der Braunkohle im Blickpunkt. Foto: Günter Passage

Kreis Heinsberg/Jülich. Zum dritten Mal hatte der evangelische Kirchenkreis Jülich zu einer Entwicklungskonferenz eingeladen. Vertreter aus Politik und Kirche sowie Fachleute aus Bürgerinitiativen trafen sich in Erkelenz, um sich über Zukunftsperspektiven nach dem Ende des Braunkohletagebaus zu informieren und auszutauschen.

Neben Vertreterinnen und Vertretern aus den evangelischen Kirchenkreisen Aachen, Gladbach-Neuss und Jülich, unter ihnen auch der Gladbacher Superintendent Dietrich Denker, waren Landtags- und Bundestagsabgeordnete nach Erkelenz gekommen: Dr. Gerd Hachen (MdL der CDU), Oliver Krischer (MdB der Grünen), Reiner Priggen (MdL der Grünen), Thomas Rachel (MdB der CDU und Parlamentarischer Staatssekretär), Norbert Spinrath (MdB der SPD) und Gudrun Zentis (MdL der Grünen).

Nicht zuletzt dabei: Willi Paffen (CDU), stellvertretender Landrat des Kreises Heinsberg, und die ausgewiesene Fachfrau der Stadt Mönchengladbach für Umweltfragen, Barbara Weinthal. Jens Sannig, gastgebender Superintendent des Kirchenkreises Jülich, formulierte das Anliegen der dritten Entwicklungskonferenz: „Die Menschen in der Region brauchen Perspektiven für die Zeit nach der Braunkohle.“

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein zukunftsweisender Vortrag: Jens Schneider vom Forschungsinstitut für Wasser- und Abfallwirtschaft (FiW) an der RWTH Aachen stellte das Projekt „render“ (Regionaler Dialog Energiewende) vor, das für die Städteregion Aachen ein Energieszenario für das Jahr 2030 beschreibt – und das auch Vorbildfunktion für andere Regionen und Akteure haben kann.

Unter der Überschrift „Gemeinsam auf den Weg machen zur Energie-Region Aachen 2030“ hat man sich auf den Aspekt „Strom“ konzentriert. Im intensiven Kontakt mit allen relevanten Akteuren wurde der Ist-Zustand an Windkraft- und Photovoltaikanlagen sowie verfügbarer Biomasse ermittelt.

Ebenfalls im Dialog mit allen Akteuren der Region wurden Fragen wissenschaftlich-analytisch bearbeitet: wie die nach dem voraussichtlichen Stromverbrauch 2030 oder auch die Frage, wie viel Strom in einer Stadt-Land-Region umwelt- und sozialverträglich erzeugt werden kann.

Die Erstellung eines informellen regionalen Energieplanes zeigt zum Beispiel mögliche Ausbaupfade bis 2030 und die damit verbundenen Chancen für die Region auf.

Im Ergebnis der umfangreichen Arbeiten ergeben sich für das Jahr 2030 ein leicht rückläufiger angenommener Stromverbrauch und ein Potenzial für den Anteil der erneuerbaren Energiegewinnung an der Stromproduktion in Höhe von circa 80 Prozent.

Ein wichtiges Ergebnis – neben vielen anderen – dieses Projekts ist nicht zuletzt der Hinweis, dass es durch die dezentrale Stromgewinnung eine zunehmende Wertschöpfung in der Region und für die Region gibt.

Superintendent Sannig nannte als Ergebnis der dritten Entwicklungskonferenz unter anderem drei Punkte, die in Zukunft zu bearbeiten seien: Definition des ­Endes der Braunkohleförderung; Frage der Finanzierung der Ewigkeitslasten; Förderung und Finanzierung regionaler Strukturentwicklungsprojekte.

Kirchen und Kommunen müssten im gemeinsamen Gespräch bleiben. Es gelte, an der Schaffung einer neuen Gemeinsamkeit in der Region mitzuarbeiten. Kirche verstehe sich als Anreger für Gespräche und Aktionen.

Und die Botschaft aller Informationen und Gesprächsbeiträge an diesem Abend lautete (wie Johannes de Kleine, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit des Kirchenkreises Jülich, zusammenfasste): „Das Ende der Braunkohle ist nicht das Ende der Region. Es gibt ungeheuer viel Potenzial für neue Arbeitsplätze und eine gute wirtschaftliche Entwicklung, auch und gerade für die Menschen, die bei RWE beschäftigt sind.“

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