Kreis Düren - „Das dritte Gleis ist dramatisch wichtig”

„Das dritte Gleis ist dramatisch wichtig”

Von: Jörg Abels
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Täglich verlassen über 44.000 Menschen zur Arbeit oder Ausbildung den Kreis Düren, 26.500 kommen von auswärts an die Rur. Auch innerhalb des Kreisgebiets herrscht viel Bewegung. Über 45.000 Bürger pendeln vor allem in die Städte Düren und Jülich. Foto: Abels

Kreis Düren. Eine zunehmende Abhängigkeit von angrenzenden Arbeitsmärkten und deutlich gestiegene Pendlerströme in den vergangenen Jahren sind für die Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen Grund genug, eine rasche Weiterentwicklung der Verkehrsinfrastruktur auch für den Kreis Düren zu fordern.

„Die Verkehrsinfrastruktur ist für unsere Betriebe der entscheidende Standortvorteil, der Nachteile in anderen Bereichen ausgleicht”, erklärte Hauptgeschäftsführer Jürgen Drewes bei der Vorstellung des ersten Pendleratlasses der IHK.

Das Zahlenwerk dokumentiert eine gute Vernetzung des Kreises Düren mit allen Nachbarregionen und damit eine chancenreiche Brückenkopffunktion auf der Ost-West-Achse zwischen Köln und Aachen, aber auch auf der Nord-Süd-Achse zwischen Heinsberg und Euskirchen. Eine Zentralität, die aus Sicht der IHK noch besser genutzt werden muss.

Das dritte Gleis zwischen Düren und Aachen in Verbindung mit dem von der Rurtalbahn geplanten Container-Terminal ist deshalb für Drewes auch für die weitere Entwicklung des Kreises Düren „dramatisch wichtig”. Großes Potenzial sieht die IHK aber auch in einer Ertüchtigung der Bördebahn Richtung Euskirchen und Zülpich und in der schnellstmögliche Realisierung der Ostumgehung Düren (B56n). Drewes fordert zudem bessere Personenzugangebote in Richtung Aachen, beispielsweise eine Verlängerung der aus Köln kommenden S-Bahnlinie. Denn - und das mag überraschen - die meisten Pendler aus dem Kreis Düren zieht es zur Arbeit oder Ausbildung Richtung Aachen. Erst dann folgt die Rheinschiene mit der Großstadt Köln (siehe Grafik), auch wenn die IHK davon ausgeht, dass die Beziehungen zur Domstadt durch den sechsspurigen Ausbau der A4 zwischen Düren und Kerpen künftig enger werden.

Mehr als verdoppelt

Insgesamt zeigt der Pendleratlas, der Daten der Volkszählung 1987 mit dem Mikrozensus 2006 vergleicht (Drewes: „Aktuellere Zahlen wären aufgrund der Wirtschafts- und Finanzkrise weniger aussagekräftig.”), dass die Zahl der Berufs- und Ausbildungspendler die täglich den Kreis Düren verlassen, stark gestiegen ist. Das negative Pendlersaldo hat sich in knapp zwei Jahrzehnten von gut 7000 auf 17500 mehr als verdoppelt. 26500 Pendler kommen in den Kreis, gut 44000 raus.

Zwei Gründe führt Drewes an: Zum einen den sogenannten Suburbanisierungseffekt - Großstädter ziehen aufs Land, weil Bau- und Wohnpreise dort günstiger sind, arbeiten aber weiterhin in der Stadt - und zum anderen das Arbeitsplatzangebot, das mit dem 15-prozentigen Bevölkerungswachstum im Kreis Düren nicht überall Schritt gehalten hat. Am ehesten noch in Jülich. Wie auch Düren weist die Herzogstadt einen positiven Pendlersaldo auf. Doch während die Strahlkraft der Stadt Düren als Arbeitsort größtenteils auf das Kreisgebiet beschränkt bleibt, ziehen die attraktiven Arbeitsplätze rund um das Forschungszentrum, den FH-Campus und das Technoligiezentrum in Jülich auch hoch qualifizierte Arbeitskräfte von außen an. Mit Blick auf den Strukturwandel müsse es deshalb gelingen, betonte Drewes, die „Dynamik der Neugründungen in der Region stärker für den Kreis Düren zu nutzen”, beispielsweise im von der IHK koordinierten „Innovationsprogramm Rheinisches Revier” der Landesregierung, das seine Geschäftsstelle im Technologiezentrum Jülich beziehen werde.
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