Lüttich - Dampfwolke und Lärm: Zwischenfall in Tihange

Dampfwolke und Lärm: Zwischenfall in Tihange

Von: mgu
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Das Atomkraftwerk in Tihange: Hier hat es am Montag einen Zwischenfall gegeben. Foto: Andreas Steindl

Lüttich. Im Atomkraftwerk im belgischen Tihange, das rund 60 Kilometer von Aachen entfernt ist, hat es einen Zwischenfall gegeben. „Allerdings im nicht-nuklearen Bereich“, sagte Anne-Sophie Hugé, Sprecherin des Betreibers Electrabel, am Dienstag gegenüber unserer Zeitung.

Am Montagmorgen sei eine Turbine angehalten worden, nachdem eine Hochspannungsleitung ausgefallen war. Das Anhalten der Turbine habe dazu geführt, dass sich eine Sicherheitsklappe geöffnet habe. „So konnte Dampf abgelassen werden, und es wurde vermieden, dass ein zu hoher Druck entsteht“, sagte Hugé. Block 1 in Tihange lief zeitweise nur mit halber Stärke, am Montagabend lief der Reaktor aber wieder bei voller Stärke.

Der Zwischenfall hat laut Hugé keine Auswirkungen auf Arbeiter oder die Umwelt. „So etwas ist nicht ungewöhnlich, und es ist auch schon vorgekommen“, sagte sie. Die einzige Unannehmlichkeit habe in einem lauten Geräusch bestanden. „Es hat sich einige Sekunden so angehört, als sei ein Hochgeschwindigkeitszug durch einen Bahnhof gefahren“, erklärt die Electrabel-Sprecherin. Außerdem habe es eine Dampfwolke gegeben. „Ansonsten gab es aber keine Einschränkungen.“

Die Kernkraftwerke Tihange bei Lüttich und Doel bei Antwerpen – beide betrieben von Electrabel – gelten als Pannen-Kraftwerke. Wegen Rissen in den Druckbehältern sind Tihange 2 und Doel 3 zurzeit abgeschaltet. Im Februar wurde öffentlich, dass die seit 2012 bekannten Risse größer sind als bislang angenommen – und dass es mehr sind.

Electrabel hat in den vergangenen Monaten weitere Untersuchungen, auch neue Ultraschalltests,  an seinen AKW durchgeführt und diese an die belgische Atombehörde FANC (Agence Fédérale de Contrôle Nucléaire) übermittelt.

„Wir warten jetzt, dass die internationalen Experten und die der FANC uns Rückmeldung geben“, sagte Hugé am Dienstag zum Stand der Dinge. Anschließend will Electrabel basierend darauf den Abschlussbericht „Safety Case“ an die Atomaufsichtsbehörde übermitteln.

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