„Dampfparade” für die Legalisierung von Cannabis

Von: Christina Handschuhmacher
Letzte Aktualisierung:
Cannabis-Pflanze
Zwölf Mitstreiter hat der Verein, der sich für die Legalisierung von Hanf in allen gesellschaftlichen Bereichen einsetzt. Foto: dpa

Köln. Eine überdimensionale Hanfpflanze ragt vor dem Kölner Dom in die Luft. Darüber fliegt eine weiße Taube. Sie trägt keinen Ölzweig im Schnabel, sondern ein Hanfblatt. So sieht das Werbeplakat der ersten Kölner Dampfparade aus, die am 8. September unter dem Motto „Cannabis ist Medizin” am Rudolfplatz starten soll.

„Wir versuchen eine Basis für politischen Druck auf öffentliche Stellen zu schaffen” sagt Daniel Schmid, Pressesprecher des im September 2011 gegründeten Vereins „Cannabis Colonia”, der die Dampfparade organisiert. Zwölf Mitstreiter hat der Verein, der sich für die Legalisierung von Hanf in allen gesellschaftlichen Bereichen einsetzt. „Hanf soll als Medizin, Genussmittel und Rohstoff legalisiert werden”, fordert Schmid.

Bei der Demo geht es den Vereinsmitgliedern aber erst einmal um die Legalisierung für den medizinischen Bereich. Cannabispatienten müssten einen langen bürokratischen Umweg auf sich nehmen und die Kosten einer Behandlung würden meist nicht von den Krankenkassen übernommen, sagt Schmid. Und: „Cannabis hilft beim Tourette-Syndrom, ADHS oder verschiedenen Morbus-Krankheiten.” Zwei Vereinsmitglieder seien am Tourette-Syndrom erkrankt und würden Cannabis zur Linderung konsumieren.

Nach der Startkundgebung um 12.30 Uhr auf dem Rudolfplatz ziehen die Demonstranten weiter durch die Innenstadt zum Appellhofplatz. Dort soll vor dem WDR-Gebäude eine Zwischenkundgebung stattfinden, bevor es zum Heumarkt geht, wo eine Abschlusskundgebung und ein Bühnenprogramm mit Live-Musik und Vorträgen bis in die Abendstunden geplant sind. Die Veranstalter rechnen mit rund 1000 Teilnehmern.

Was die „Cannabis-Colonia”-Mitglieder mit der Demonstration erreichen wollen? Das Ziel sei eine „gerechte, sozial verträgliche Hanfpolitik”.

Die Demonstration ist, wie es in einer schriftlichen Ankündigung heißt, aber auch ein Kampf gegen die immer gleichen „Klischees” und soll zeigen, dass es sich „bei den Teilnehmern um eine zivilisierte und ernst zu nehmende Gemeinschaft aus den unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten handelt”.
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